Argentiniens Wirtschaftsminister Luis Caputo hat Kontroversen ausgelöst, indem er sagte, er habe nie lokal Kleidung gekauft, weil es „ein Raub“ sei. Branchenvertreter wie die Unternehmerin Marixa Balli und Designer Benito Fernández verurteilten die Aussagen als beleidigend und forderten staatliche Unterstützung für den kriselnden Sektor.
Luis Caputo, Argentiniens Wirtschaftsminister, sagte in einem Interview bei Radio Mitre: „Ich habe in meinem Leben nie Kleidung in Argentinien gekauft, weil es ein Raub war. Also haben wir, die die Möglichkeit hatten zu reisen, im Ausland gekauft.“ Diese diese Woche gemachten Äußerungen stießen auf scharfe Kritik aus der Textilbranche, die mit einer schweren Krise kämpft. Panelistin und Inhaberin der Marke Xurama Marixa Balli kritisierte Caputo in der Sendung A la Barbarossa (Telefe). „Sie sind Minister und arbeiten in der argentinischen Politik, Sie können nicht sagen, dass Sie nie Kleidung in Argentinien gekauft haben, denn Sie haben obendrein die Möglichkeit zu reisen. Die Menschen, die in Argentinien leben und nicht reisen können und kaum das Busticket bezahlen können... das ist beleidigend“, sagte sie. Balli, die ihren Hauptladen im Viertel Flores in Buenos Aires wegen geringer Umsätze schloss, nannte 2025 „das schlimmste Jahr“ für ihr Geschäft. Sie forderte eine Senkung der Steuerlast: „Senken Sie die Steuern, dann wird alles viel normaler. Unterstützen Sie nicht nur große Unternehmen, sondern auch KMU.“ Designer Benito Fernández, der kürzlich seine Prêt-à-Porter-Linie einstellte, bezweifelte die Aussagen bei Radio con Vos. „Es ist nicht gut, dass man uns wie Diebe behandelt“, sagte er und bezog sich auf die implizite Anschuldigung Caputos. Er hob die Probleme der Branche hervor: „7 von 10 Maschinen stehen heute in Argentinien still.“ Fernández rechtfertigte die lokalen Preise mit hohen Steuern und Lohnkosten, die „10-mal teurer als in China sind, aber weil es faire Löhne sind“. Er forderte Schutz des Sektors wie in den USA und Brasilien mit Zöllen auf subventionierte chinesische Importe. Beide betonten die Notwendigkeit von Dialog und staatlicher Unterstützung, um eine vitale Industrie vor ausländischer Konkurrenz und fiskalischen Belastungen zu beleben.