Auf der russisch-afrikanischen Ministerkonferenz führte Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty Gespräche mit Amtskollegen aus mehreren afrikanischen Ländern durch, was einen Wandel zu einem breiteren kontinentalen Engagement jenseits traditioneller Nil-Themen signalisiert.
Die Konferenz, die am Wochenende Ende Dezember 2025 stattfand, markierte einen Wendepunkt für die ägyptische Außenpolitik. Abdelatty traf sich am Sonntag mit der südafrikanischen stellvertretenden Außenministerin Tandi Moraka und beendete damit eine Reihe von Gesprächen mit Vertretern aus Somalia, Ruanda, Malawi und Äquatorialguinea. Diese Treffen unterstreichen Ägyptens Ambition, ein aktiver Akteur in der afrikanischen Entwicklung durch Initiativen in Infrastruktur, Gesundheit und Sicherheit zu werden.
Wirtschaftliche Kooperation stand im Mittelpunkt. Mit Malawi wurden Vorschläge für die Beteiligung ägyptischer Privatunternehmen an der Sanierung des Kamuzu International Airport und dem Bau von Wasserkraftdämmen diskutiert. Ähnliche Pläne für sozialen Wohnungsbau und Infrastruktur wurden mit Äquatorialguinea besprochen. In Südafrika hob Abdelatty kürzliche Erfolge hervor, bei denen ägyptische Firmen Ausschreibungen für erneuerbare Energien gewannen, und äußerte die Hoffnung, den ägyptisch-südafrikanischen Business Council für eine nachhaltige Partnerschaft zu gründen.
Gesundheitsinitiativen spielten eine prominente Rolle, wobei das Magdi Yacoub Heart Centre in Ruanda als regionales medizinisches Zentrum dienen soll. Die erste Lieferung von Ausrüstung wurde erworben, eine Eröffnung ist für 2026 geplant.
In Sicherheitsfragen bekräftigte Abdelatty Ägyptens Unterstützung für die Stabilität im Horn von Afrika in Gesprächen mit dem somalischen Außenminister Abdusalam Abdi Ali, einschließlich der kürzlichen Verlegung der Botschaft nach Mogadiscio und der Forderung nach Finanzierung der African Union Support and Stabilisation Mission in Somalia. Nilwasserfragen wurden mit Ruanda durch Aufrufe zu einem inklusiven Dialog im Rahmen der Nile Basin Initiative angesprochen, wobei einseitige Maßnahmen abgelehnt wurden.
Ägypten positionierte sich auch als Vermittler in der Großen-See-Region und unterstützte die Washington- und Doha-Abkommen zur Deeskalation im östlichen Kongo. Weitere Kooperationen umfassen Polizeiausbildung für Äquatorialguinea und landwirtschaftliche Expertise für Ruanda. Für 2026 werden Präsidentenbesuche in Ruanda und Südafrika erwartet.
Abdelatty sagte seinem malawischen Amtskollegen, das Ziel sei, ägyptisches Know-how in das afrikanische Wachstum zu integrieren und diesen Pivot als strategische Notwendigkeit für Kairo darzustellen.