Die Strategie der EU für energieeffizientere Wohnhäuser droht zu einer Milliardenlast für schwedische Eigentümer zu werden. SBAB-Hauptwirtschaftler Robert Boije warnt vor den potenziellen Kosten, obwohl wenige schwedische Häuser fossile Brennstoffe nutzen. Experte Hans Lind glaubt, dass das Vorschlag in seiner aktuellen Form nicht umgesetzt wird.
Die EU entwickelt eine Strategie, um die Nettotreibhausgasemissionen zu senken und die Abhängigkeit Europas von russischem Gas zu verringern, indem Wohnhäuser energieeffizienter gemacht werden. Das Vorschlag verlangt, dass alle Wohngebäude in der EU bis 2033 die Energieklasse D erreichen, was Bewohner von Eigentumswohnungen, Mietwohnungen und Einfamilienhäusern sowie Eigentümer in Schweden hart treffen könnte.
Robert Boije, Hauptwirtschaftler bei SBAB, hat die Pläne genau verfolgt und warnt vor den Folgen. „Es ist so etwas wie eine Bombe für den Wohnungsmarkt, die in Schweden weitgehend unter dem Radar geblieben ist. Je nach Umsetzung könnte es für viele Eigentümer teuer werden“, sagt er zu Dagens Industri (Di). Obwohl schwedische Häuser selten fossile Brennstoffe zur Heizung verwenden, belaufen sich die Kosten allein für kommunale Wohnungsunternehmen auf geschätzte 200 Milliarden Kronen.
Hans Lind, ehemaliger Professor für Immobilienökonomie am KTH, ist optimistischer. Er glaubt, dass Politiker die Anforderungen letztendlich abschwächen werden. „Am Ende werden die Politiker erkennen, dass wir keine Forderungen stellen können, die Häuser wertlos machen. Wir können auch die öffentlichen Wohnungsunternehmen nicht ruinieren“, sagt er zu Di. Das Vorschlag hat bisher in Schweden wenig Beachtung gefunden, könnte aber bei strenger Durchsetzung große Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt haben.