Experten diskutieren den Einfluss von Kryptowährungen auf die Geldpolitik in Ägypten

Führende Wirtschaftswissenschaftler versammelten sich zu einem vom Egyptian Center for Economic Studies veranstalteten Seminar, um zu erörtern, wie digitale Währungen die globale Finanzlandschaft verändern. Sie hoben die beispiellosen Herausforderungen für die Geldpolitik sowie die Notwendigkeit flexibler regulatorischer Rahmenbedingungen hervor. Die Redner betonten dabei sowohl die Innovationsmöglichkeiten als auch die erheblichen Risiken.

Das Egyptian Center for Economic Studies (ECES) veranstaltete am 5. Mai 2026 ein Seminar, an dem Harald Uhlig, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of Chicago; Yehia Aboul Fotouh, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der National Bank of Egypt; Amr Mostafa, Leiter des Bereichs Treasury und Kapitalmärkte bei der Bank; sowie der Wirtschaftsexperte Omar El Shenety teilnahmen. Die Diskussion wurde von Abla Abdel Latif, der Exekutivdirektorin und Forschungsleiterin des Zentrums, moderiert.

Uhlig gab einen globalen Überblick und wies darauf hin, dass Bitcoin bei fast 78.000 US-Dollar gehandelt werde, mit Prognosen, die einen Anstieg auf 521.000 US-Dollar in fünf Jahren vorsehen. Er hob hervor, dass digitale Vermögenswerte insgesamt mit etwa 2,6 Billionen US-Dollar bewertet werden und 70 % der Zentralbanken weltweit digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) untersuchen. Er warnte davor, dass an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins die Unabhängigkeit von Zentralbanken unter Druck setzen könnten.

Aboul Fotouh stellte klar, dass Kryptowährungen in Ägypten aufgrund ihrer Volatilität und des schwachen Anlegerschutzes gesetzlich verboten sind, und stellte die Frage: „An wen sollten sich Nutzer im Falle von Betrug oder Verlust wenden?“ Mostafa betonte, dass die Zukunft aufgrund der regulatorischen Klarheit und des Vertrauens in Stablecoins und CBDCs liege, während El Shenety trotz fehlender Regulierung eine wachsende Nutzung unter jungen Menschen beobachtete.

Abdel Latif drängte die ägyptische Zentralbank zu einem proaktiven Ansatz und argumentierte, dass ein Abwarten auf internationale Erfahrungen Ägypten ins Hintertreffen geraten ließe. Das Seminar endete mit dem Konsens über ein hybrides Finanzmodell, das traditionelle Systeme mit modernen Technologien verbindet, um Innovation und Stabilität in Einklang zu bringen.

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