Energiewirtschaftsexperten warnen, dass Kolumbien durch steigenden Verbrauch und Verzögerungen bei Erzeugungsprojekten ein reales Risiko eines elektrischen Ungleichgewichts hat. Das System zeigt Alarmsignale nach 30 Jahren ohne Stromausfälle. Diversifizierung der Quellen und Verbesserung der Übertragung werden gefordert, um Rationierungen 2026 und 2027 zu vermeiden.
Kolumbien hat seit 30 Jahren keine Stromausfälle oder Rationierungen erlebt, im Gegensatz zu den Nachbarländern. Experten sind sich jedoch einig, dass das Stromsystem Warnsignale zeigt: höherer Verbrauch in Industrie und Haushalten, Verzögerungen bei Erzeugungsprojekten und Übertragungsbeschränkungen.
"Wir sind mehr Menschen und nutzen mehr Geräte; aber das Angebot wächst nicht gleich schnell", erklärte ein Celsia-Sprecher. Der Forscher Camilo Prieto Valderrama von der Universidad Javeriana hebt ein Defizit der installierten Kapazität hervor: "Es gibt ein Defizit der installierten Kapazität, da mehrere Windprojekte, die in La Guajira in Betrieb gehen sollten, suspendiert oder verzögert wurden. Das bedeutet nahezu 1.000 Megawatt weniger Energie für das Land".
Die Nachfrage steigt in Städten und der Industrie und belastet das System während Dürren. "Wenn die Erzeugung nicht im gleichen Tempo mitwächst, entsteht mehr Druck auf das System und langfristig höhere Tarife", ergänzte Prieto. Carlos Solano von Celsia betont die Planung: Wasserkraftwerke benötigen 5-8 Jahre, thermische Anlagen 3-4 Jahre.
Laut XM treten nur 20 % der geplanten Projekte in Betrieb. Bei starker Dürre droht Rationierung 2026-2027 bei regulatorischer Unsicherheit. In der Übertragung gibt es 13 Jahre nationalen Rückstand und 11 regionale; 2024 wurden 55 % der Erweiterungen verzögert und 94 % der neuen Anschlüsse abgelehnt wegen Kapazitätsmangels.
Der Verband nationaler Finanzinstitute (ANIF) fordert eine ganzheitliche Energiepolitik mit klaren Investorenregeln. Die Regierung muss Lizenzen beschleunigen und mit Gemeinden kooperieren. Celsia rät zum Sparen: Geräte ausstecken, LEDs nutzen, Verbrauch prüfen. "Energiesparen senkt nicht nur die Rechnung, es schont Wasser und stabilisiert das System", betont das Unternehmen.
Im Valle del Cauca sichern Celsia-Investitionen die Qualität. Erneuerbare Energien wie Solar kommen voran, doch ihre Schwankungen erfordern Backup durch thermische und speichernde Wasserkraftwerke.