Die brasilianische Bundespolizei hat eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Schmuggel bei einem Privatflug eingeleitet, der den Präsidenten der Abgeordnetenkammer Hugo Motta, Senator Ciro Nogueira und weitere Parlamentarier im April 2025 von der Karibik nach São Paulo brachte. Dem Bericht der Bundespolizei zufolge wurde das Gepäck an der Röntgenkontrolle vorbeigeschleust; der Fall wurde an den Obersten Gerichtshof und die Generalstaatsanwaltschaft weitergeleitet. Motta und der Besitzer des Flugzeugs bestreiten jegliches Fehlverhalten.
Das Privatflugzeug, das dem Geschäftsmann Fernando Oliveira Lima aus Piauí gehört, der im Bereich der Online-Wetten tätig ist, startete von der Karibikinsel Saint Martin und landete am 20. April 2025 auf dem Catarina Executive International Airport in São Roque (SP). An Bord befanden sich der Präsident der Abgeordnetenkammer Hugo Motta, Senator Ciro Nogueira, die Abgeordneten Doutor Luizinho und Isnaldo Bulhões sowie der Pilot José Jorge de Oliveira Júnior, ein Angestellter des Geschäftsmanns.
Laut einem Bericht der Bundespolizei, der der Folha de S.Paulo vorliegt, erlaubte der Zollprüfer Marco Antônio Canella dem Piloten, das Gepäck ohne Röntgenkontrolle durchzulassen. Diese Information wurde von der Folha enthüllt und gegenüber Radar bei Veja von Quellen aus dem Umfeld des Falls bestätigt.
Aufgrund der Beteiligung von Amtsträgern mit privilegiertem Gerichtsstand wurde die Untersuchung an den Obersten Gerichtshof (STF) übermittelt, der sie zur Prüfung an die Generalstaatsanwaltschaft (PGR) weiterleitete. In dem Bericht heißt es: „Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass einer oder mehrere der Passagiere, die unter die Zuständigkeit des Sondergerichts fallen, in die untersuchten Straftaten verwickelt sind oder an anderen kriminellen Handlungen beteiligt waren, die sich im Verlauf der Ermittlungen ergeben könnten“.
Hugo Motta und Fernando Oliveira Lima betonen, dass bei der Ankunft alle rechtlichen Verfahren eingehalten wurden und die Gegenstände dem Piloten gehörten.