Forschungen der Nelson Mandela University zeigen, dass Zäune um Wildreservate sowohl die Artenvielfalt schützen als auch das Verhalten der Tiere beeinflussen. Die Doktorarbeit von Dr. Gert Botha analysierte Daten von Kamerafallen aus mehreren Parks. Die Ergebnisse unterstreichen die ökologischen Auswirkungen von Zäunen, Straßen und künstlichen Wasserstellen.
Dr. Gert Botha von der Nelson Mandela University untersuchte in seiner Dissertation mit dem Titel „Evaluating the ecological impacts of fencing on wildlife diversity and dynamics in South African protected areas“, wie Zäune, Straßen und künstliche Wasserstellen die Säugetierdiversität sowie die Räuber-Beute-Dynamik beeinflussen. Seine Betreuer waren Professor Jan Venter und Professor Hervé Fritz am George Campus. Die Studie stützte sich auf tausende Aufzeichnungen von Kamerafallen aus Snapshot Safari, einem Überwachungsprojekt von Venter, in verschiedenen Parks, darunter der Pilanesberg National Park, das Madikwe Game Reserve, der Mountain Zebra National Park, der Karoo National Park und private Reservate. Pflanzenfresser mieden eher Gebiete in der Nähe von Grenzen und Zäunen, was möglicherweise auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist. Raubtiere wie Löwen bevorzugen Straßen und lassen sich von Zäunen nicht abschrecken. Künstliche Wasserstellen, die für den Tourismus angelegt wurden, ziehen zwar eine Vielzahl von Arten an, können jedoch Ökosysteme stören, indem sie Tiere konzentrieren. Größere Reservate unterstützen im Allgemeinen ausgewogenere Räuber-Beute-Systeme. „In einer idealen Welt gäbe es überhaupt keine Zäune“, sagte Botha. „Zäune erfüllen jedoch einen sehr wichtigen Zweck beim Schutz von Wildtieren.“ Professor Venter lobte den Umfang der Daten: „In der Naturschutzwissenschaft spielt der Maßstab eine Rolle. Große, standardisierte und langfristige Datensätze ermöglichen es uns, Signale vom Rauschen zu trennen.“ Die Forschung soll Manager dabei unterstützen, gesunde Ökosysteme angesichts des Rückgangs der Artenvielfalt in Südafrika zu erhalten.