Ein finnisches Startup namens Donut Labs hat auf der CES in Las Vegas ein Motorrad mit einem angeblich bahnbrechenden Feststoffakku vorgestellt. Der Akku soll 400 Wattstunden pro Kilogramm speichern, Temperaturen von minus 40 bis plus 100 Grad standhalten und das Motorrad bis zu 600 Kilometer weit bringen, mit einer Ladezeit unter zehn Minuten. Trotz Skepsis aufgrund früherer Enttäuschungen plant das Unternehmen, unabhängige Tests zu veröffentlichen.
Das finnische Startup Donut Labs, gegründet von Marko Lehtimäki, präsentiert mit dem Motorrad der Marke Verge eine Technologie, die als Revolution in der Batterietechnik gilt. Auf der CES-Messe Anfang Januar in Las Vegas wurde das Fahrzeug gezeigt, das einen Elektromotor direkt in die Felge eines nabenlosen Rads integriert – eine Form, die an einen Donut erinnert und den Schwerpunkt niedrig hält.
Der Feststoffakku verspricht außergewöhnliche Eigenschaften: 400 Wattstunden Energie pro Kilogramm, Standfestigkeit bei extremen Temperaturen von minus 40 bis plus 100 Grad Celsius, eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern pro Ladung und eine Aufladung in unter zehn Minuten. Zudem soll er 100.000 Ladezyklen überstehen, bei einem Preis von 30.000 Euro für das Motorrad. Lehtimäki adressiert Zweifel direkt: „Schon klar, dass man einer kleinen Gruppe Außenseiter erst mal nicht glaube“, sagt er in einem Video, und verspricht Beweise für die Technik, an der Großkonzerne mit Milliardeninvestitionen gescheitert sind.
Hintergrund: Feststoffakkus mit festem Elektrolyten gelten als sicherer und potenziell leistungsstärker als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus mit flüssigem Elektrolyt. Beispiele wie der Bankrott des schwedischen Herstellers Northvolt oder das Scheitern europäischer Produktionspläne unterstreichen die Herausforderungen. Volkswagen sprach von einem Akku mit 1.000 Zyklen, was 500.000 Kilometern entspricht, und Mercedes-Benz testete einen Feststoffakku-Prototyp über 1.200 Kilometer ohne Stopp von Stuttgart nach Malmö. Dennoch bleiben Termine für die Massenproduktion unsicher.
Donut Labs gibt an, die Serienproduktion bereits begonnen zu haben. Ein unabhängiges Gutachten des finnischen Instituts VTT soll die Angaben prüfen; Ergebnisse werden ab Montag schrittweise veröffentlicht. Die Technik könnte nicht nur Motorräder, sondern die gesamte Elektromobilität vorantreiben, mit Vorteilen für Klima und Recycling, da Akkus länger halten und Rohstoffe wiederverwendet werden können. Experten bleiben skeptisch, aber gespannt.