Seit Kurzem können Batterien von Elektroautos überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf abgeben. Ingenieur Moritz Rupp aus München sieht darin einen naheliegenden Vorteil, da die teuren Batterien sonst 23 Stunden am Tag ungenutzt bleiben. Die Technologie ermöglicht Nutzung für Heimstrom oder Verkauf ans Netz.
Düsseldorf. Elektroauto-Batterien mit einem Durchschnitt von 64 Kilowattstunden sind deutlich größer als gängige Heimspeicher mit 5 bis 10 kWh. „Und diese wertvolle, große Batterie steht statistisch 23 von 24 Stunden des Tages ungenutzt herum, weil das Auto parkt“, erklärt der 39-jährige Elektroningenieur Moritz Rupp.
Beim bidirektionalen Laden speichert das Fahrzeug mittags überschüssigen Solarstrom von der Dach-PV-Anlage und gibt ihn abends an die Hausversorgung ab. Dadurch sparen Bewohner teuren Netzstrom. Alternativ kann der Strom bei hohen Preisen, etwa abends, über die Leipziger Strombörse ins öffentliche Netz eingespeist werden.
„Manche Sachen sind so naheliegend und einleuchtend, dass man sich echt fragt, warum man das nicht schon seit Jahren so macht“, sagt Rupp. „Eigentlich ist das ein No-Brainer.“ Die erweiterte Variante heißt Vehicle-to-Grid, auf Deutsch „Vom Fahrzeug ins Netz“.