Die Silvesternacht 2025/2026 in Deutschland und den Niederlanden war von schweren Unfällen, Bränden und Angriffen auf Einsatzkräfte geprägt. Zwei junge Menschen starben in Bielefeld durch selbstgebaute Pyrotechnik, es gab Verletzte und zahlreiche Brände. Trotz eines teilweise friedlicheren Verlaufs fordern Behörden strengere Regeln.
Die Übergang von 2025 zu 2026 brachte in Deutschland und den Niederlanden eine Eskalation von Vorfällen mit Feuerwerkskörpern. In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben; beide erlitten tödliche Gesichtsverletzungen. Ein Unfall ereignete sich im Stadtteil Baumheide, wo der Mann vor Ort starb, der andere in Brake erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.
Weitere Verletzungen meldeten sich: In der Nähe von Rostock verlor ein 23-Jähriger durch einen explodierten Böller die linke Hand, in Leipzig ein 16-jähriges Mädchen anderthalb Finger. In Marburg brannte ein Mehrfamilienhaus, möglicherweise durch eine Silvesterrakete ausgelöst. In Baden-Württemberg starben drei Menschen bei Bränden in Bonndorf, Lenzkirch und Giengen an der Brenz.
Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte häuften sich: In Leipzig, Hamburg und anderen Städten wurden Beamte mit Pyrotechnik beworfen; in Berlin sogar auf Sanitäter geschossen. In Hamburg verletzten sich zehn Polizisten so schwer, dass sie ihren Dienst nicht fortsetzen konnten. Bremens Innensenatorin Eva Högl nannte die Übergriffe "erschreckend". Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Hermann Gröhe, verurteilte: "Die zunehmende Gewalt gegen Rettungskräfte – leider gerade auch in der Silvesternacht – ist ein erschreckendes Zeichen für die wachsende Verrohung in Teilen unserer Gesellschaft."
Die Feuerwehr war im Dauereinsatz: In Hagen brannten mehrere Dachstühle, in Erfurt ein historisches Gebäude am Domplatz, das auf zwei benachbarte Häuser übergreifen konnte – vermutlich durch Raketen verursacht. In Berlin, wo 4300 Polizisten im Einsatz waren, verlief die Nacht ruhiger als zuvor, mit Dutzenden Verletzten und Hunderten Festnahmen.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) fordert eine Reform des Sprengstoffrechts und mehr Länderkompetenzen. Der GdP-Vorsitzende Andreas Roßkopf verlangt Strafverschärfungen: "Beim Einsatz von illegalem Feuerwerk gegen Menschen [...] handelt es sich nicht um Kavaliersdelikte, sondern um gefährliche Körperverletzungen."
In den Niederlanden, wo Böller letztmals erlaubt waren, eskalierten Gewalt und Unfälle: Molotowcocktails und Pflastersteine auf Polizisten, zwei Tote und Schwerverletzte. In Amsterdam brannte die Vondelkirche nieder, der Turm stürzte ein, Wohnungen wurden evakuiert – Ursache unklar.