Der Verkauf von Feuerwerkskörpern für Silvester hat am Montag begonnen und sorgt bundesweit für lange Schlangen vor den Läden. Viele Kunden warten stundenlang, um Böller und Raketen zu sichern, während die Debatte um ein mögliches Verbot anhält. Der Branchenverband erwartet einen Umsatzanstieg.
Am Montag, dem 30. Dezember 2024, startete in Deutschland der Verkauf von Silvester-Feuerwerk, was zu erheblichem Andrang führte. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) rechnet mit 10 bis 15 Prozent mehr Ware im Handel als im Vorjahr und hofft auf einen leichten Umsatzanstieg über die 197 Millionen Euro von 2024 hinaus.
In vielen Städten bildeten sich frühmorgens Schlangen. In Hamburg-Harburg berichtete Händler Oliver Graetzer von einer Schlange von 100 bis 130 Personen um 5:30 Uhr: „Das bricht nicht ab und nimmt eher zurzeit zu.“ In Lübeck standen Kunden ab 4 Uhr vor einem Discounter, und die Regale waren nach der Eröffnung um 7 Uhr schnell leer. In Rostock übernachteten Jugendliche wie Timon, Michel, Ferdinand und Sebastian mit Campingstühlen vor dem Laden: „Wir haben gar nicht erst geschlafen“, sagten sie der „Ostsee-Zeitung“. Der durchschnittliche Aufwand lag in Rostock und Greifswald bei 40 bis 400 Euro.
Ähnliche Szenen spielten sich in Taucha bei Leipzig ab, wo Maurice und Max ab 5 Uhr mit Glühwein warteten. „Uns geht es nicht um sinnloses Geknalle“, erklärte Max und betonte Sicherheitsaspekte sowie Arbeitsplätze durch Feuerwerk. Anna-Maria und Christian gaben etwa 1000 Euro aus, nach Wartezeit seit 3:30 Uhr. In Berlin öffnete ein Laden um Mitternacht, und die Familie Tyson plante Ausgaben von 2000 Euro.
Trotz des Enthusiasmus fordern Ärzte, Polizisten und Tierschützer ein Verbot. Eine Umfrage des TÜV-Verbands ergab, dass nur 22 Prozent privates Feuerwerk planen, vor allem Jüngere. Klaus Reinhardt von der Bundesärztekammer warnte vor schweren Verletzungen, und in Celle gab es in der Silvesternacht 2024/25 44 Notfälle. Die AOK meldet durchschnittlich 530 Krankenhausaufnahmen an Neujahr. Fünf Männer starben letztes Jahr durch Leichtsinn.
Verkäufer wie Heiko Krebs sehen ein Verbot als unsinnig, fordern aber strengere Kontrollen illegaler Importe. Politik und Polizei setzen auf lokale Regelungen; Innenminister einigten sich nicht auf ein Bundesverbot. Experten raten zu Vorsicht: Nur altersgerechte Produkte, keine Handschuhe beim Zünden und Abstand zu Menschen oder Tieren halten. Der Zoll sicherte 2024 über sieben Tonnen illegale Pyrotechnik.