In der Silvesternacht in Berlin hat die Polizei mehr als 300 Menschen wegen gefährlicher Böllerei und Raketenabschüssen vorläufig festgenommen. Es kam zu Angriffen auf Einsatzkräfte mit Pyrotechnik, bei denen mehrere Polizisten leicht verletzt wurden. Die Feierlichkeiten verliefen insgesamt ruhiger als in Vorjahren.
Die Berliner Polizei meldete kurz nach 1.00 Uhr mehr als 300 kurzzeitige Festnahmen in der Silvesternacht zum Jahreswechsel 2025/2026. Der Großteil der Fälle betraf den Missbrauch von Feuerwerkskörpern, wie gefährliches Abschießen von Raketen oder Werfen von Böllern. Bereits am Silvesterabend vor Mitternacht waren über 100 Personen festgenommen worden, hauptsächlich wegen Verstößen gegen Sprengstoffvorschriften.
In Bezirken wie Neukölln, insbesondere in der Hermannstraße, und in Moabit warfen und schossen Menschen mit Feuerwerksraketen und Böllern auf Polizisten und Sanitäter, teilte Polizeisprecher Florian Nath mit. Bei Festnahmen von Verdächtigen kam es zu weiteren Angriffen. Sieben Personen wurden in Unterbindungsgewahrsam genommen, um weitere Delikte zu verhindern.
Etwa 15 Polizisten erlitten leichte Verletzungen, viele davon Knalltraumata durch Explosionen nahe dem Kopf. In Spandau verletzte sich eine Person leicht durch die Explosion einer Kugelbombe. Die Polizei hatte bis zum Abend 220.000 illegale oder unzulässige Pyrotechnikartikel beschlagnahmt, darunter Kugelbomben der gefährlichen Kategorie F4, wie Innensenatorin Iris Spranger (SPD) berichtete.
Mit einem Großaufgebot von 4.300 Beamten und 1.600 Feuerwehrkräften sicherte die Polizei die Feiern. Der Alexanderplatz blieb ruhig, da Feuerwerk dort verboten und abgesperrt war. Im Vergleich zu früheren Jahren entwickelte sich der Abend positiver, ohne größere Ausschreitungen. Die Vorfälle unterstreichen die anhaltende Debatte um ein Böllerverbot in Deutschland.