Im historisch gaullistischen Cantal, einer Hochburg von Georges Pompidou, startet eine junge Kandidatin des Rassemblement national (RN) die erste Gemeindeliste der Partei für die Wahlen 2026 in Saint-Georges. Mit 22 Jahren will Cindy Rodier die Stimme der Vergessenen in dieser ländlichen Gemeinde mit 1200 Einwohnern tragen. Neueste Wahlergebnisse offenbaren einen bedeutenden Bestand nationalistischer Stimmen in der Gegend.
Das Cantal, eine Region, die traditionell im Gaullismus verwurzelt und vom Erbe Georges Pompidous geprägt ist, erlebt eine neue Dynamik durch das Aufkommen einer Liste des Rassemblement national (RN) für die Kommunalwahlen 2026. In Saint-Georges, einer landwirtschaftlichen Gemeinde mit 1200 Einwohnern und rund 30 Weilern im Herzen der Hochebenen bei Saint-Flour, führt die 22-jährige Marketingstudentin Cindy Rodier diese beispiellose Initiative an. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Départements, dass eine lepenistische Liste bei Kommunalwahlen antritt.
Jede Woche fährt Rodier durch die Weiler, um mit Bewohnern zu sprechen und ihr Programm vorzustellen. Konfrontiert mit einem direkten Rentner, begegnen ihr die Realitäten vor Ort, wie die Frage zeigt: « Et alors, qu’est-ce que vous proposez ? » („Und was schlagen Sie vor?“). Ihr Ziel ist klar: « Porter la voix des oubliés » („Die Stimme der Vergessenen tragen“). Obwohl die traditionelle Rechte in der Region noch stark ist, zeigten die Legislativwahlen 2024 einen signifikanten nationalistischen Aufschwung. Im ersten Wahlgang stimmten fast die Hälfte der Wähler in Saint-Georges für den RN-Kandidaten, was auf einen potenziellen Wählerpool hindeutet.
Diese Kandidatur verkörpert die Strategie der RN, ländliche Gebiete zu erobern, wo die Partei trotz der tief verwurzelten konservativen Tradition an Boden gewinnt. Ob sich diese Unterstützung in Stimmen bei der Lokalwahl umsetzen wird, ist offen – in einem Umfeld, in dem die traditionelle Rechte weiter dominiert.