Die elfjährige Gabriella Eser aus Södertälje erlitt im Alter von vier Jahren eine schwere Sepsis durch eine Meningokokken-Infektion, die zur Amputation beider Unterschenkel führte. Trotz eines kritischen Krankenhausaufenthalts und umfangreicher Rehabilitation blickt sie nun positiv in die Zukunft und träumt von den Paralympics. Ihre Geschichte beleuchtet die Risiken der seltenen, aber gefährlichen Infektion.
Gabriella Eser, 11 Jahre alt aus Södertälje, wirkt wie jedes andere elfjährige Mädchen mit Interessen an Schwimmen, TikTok und ihrem Zwerg-Hamster Lilly. Doch vor sieben Jahren, mit vier Jahren, kämpfte sie um ihr Leben nach einer Meningokokken-Infektion. Die ersten Anzeichen waren Hautblutungen, und ihr Zustand verschlechterte sich rasch. Die Familie fuhr ins Huddinge-Krankenhaus und dann ins Karolinska in Solna, wo Gabriella einen Herzstillstand erlitt. Mutter Jenny und Vater Burhan Eser warteten stundenlang ohne Informationen. «Wir haben nichts verstanden. Es ging um Stunden, es ging sehr schnell», sagt Jenny. Gabriella wurde an eine ECMO-Maschine angeschlossen und schwebte tagelang zwischen Leben und Tod. «Sie wussten nicht, wie sie überleben sollte. Sekunde für Sekunde, sagten sie», erinnert sich Burhan. Gewebetod breitete sich auf große Teile ihres Körpers aus, und schließlich wurden beide Unterschenkel amputiert. Sie war zweiinhalb Monate lang kritisch, gefolgt von Monaten der Rehabilitation mit Hauttransplantaten von ihrem Kopf. «Ihr Körper war so zerstört, es gab nichts anderes zu nehmen», sagt Burhan. Krankenhausbesuche fanden jeden zweiten Tag für Verbandswechsel statt. Heute erinnert sich Gabriella nur wenig an das Ereignis, aber die Narben erinnern sie daran. Sie nutzt Beinprothesen, bevorzugt aber einen Rollstuhl, um Wunden zu vermeiden. Im Pool schwimmt sie dreimal pro Woche und liebt Wettkämpfe. «Sie mag es zu konkurrieren und zu gewinnen, sie ist keine Verliererin», sagt Jenny. Gabriella träumt davon, Schauspielerin zu werden, Bücher zu schreiben und an den Paralympics teilzunehmen. «Das habe ich gut gemacht», sagt sie stolz. «Man hat, was man hat», erklärt sie. Die Familie sieht sie als Vorbild. Meningokokken-Infektion verursacht schwere Erkrankungen mit Symptomen wie Fieber, Nackensteife und Erbrechen und kann zu Sepsis führen. Weniger als 50 Menschen erkranken jährlich in Schweden, hauptsächlich Kinder und Jugendliche. Es gibt einen Impfstoff, der jedoch nicht zum Standardprogramm gehört, laut Folkhälsomyndigheten.