Der ehemalige stellvertretende Präsident Rigathi Gachagua hat Präsident William Ruto scharf dafür gerügt, dass er die Würde des Präsidentenamtes herabsetzt, indem er über sein Privatleben spricht, anstatt über dringende nationale Themen. Bei einem Empfang von Millicent Omanga in der Parteizentrale warf er ihr Korruption im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Railway-City-Projekt in Nairobi vor.
Rigathi Gachagua, der ehemalige stellvertretende Präsident Kenias, sprach in der Parteizentrale seiner Partei, als er die ehemalige nominierte Senatorin Millicent Omanga empfing. Er warf Präsident William Ruto vor, die Würde des Präsidentenamtes zu untergraben, indem er sich mit dem Privatleben der Führungspersönlichkeiten befasst, anstatt sich mit kritischen Themen wie der Infrastruktur, der nationalen Sicherheit und der Verschlechterung der Gesundheitsversorgung zu befassen. "Sie haben es nicht nötig, über das Privatleben von jemandem zu diskutieren oder darüber, ob er eine Frau hat oder nicht. Sie sollten sich auf wichtige Themen wie die Infrastruktur, die nationale Sicherheit und den schlechten Zustand des Gesundheitswesens konzentrieren. Das ist es, was die Kenianer von ihrem Staatsoberhaupt hören wollen", sagte Gachagua. Damit reagierte er auf Rutos jüngste Reden, in denen er Kritiker in Bezug auf Moral, körperliches Aussehen und Privatsphäre angriff. Gachagua erhob außerdem Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Railway City-Projekt in Nairobi. Er behauptete, der China Civil Engineering Construction Corporation (CCECC), die das niedrigste Angebot abgegeben hatte, sei der Auftrag verweigert worden, weil sie ein Bestechungsgeld in Höhe von 7 Mrd. Schilling verweigert habe. Stattdessen erhielt die China Road and Bridge Corporation (CRBC) den Auftrag für 30 Milliarden Shilling, was die Kosten um Milliarden von Steuergeldern in die Höhe trieb. "Wir möchten die britische Botschaft in Nairobi darüber informieren, dass sie dieses Projekt und die Ausschreibung für den Bau der Railway City stornieren sollte", erklärte er. Er behauptete, andere chinesische Firmen seien abgelehnt worden, weil sie Bestechungsgelder abgelehnt hätten, und Ruto habe angeordnet, dass nur CRBC Aufträge erhalten solle. Gachagua machte sich auch über Rutos Aussagen lustig: "Wir haben kein Problem mit Ihren Ohren, wir wollen, dass sie größer werden, damit Sie dem Volk zuhören können." Er wies auf Herausforderungen wie die Staatsverschuldung, den Zusammenbruch des Gesundheitssektors und die schlechte Infrastruktur hin.