Nach dem unaufgeforderten 56-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot von GameStop für eBay sah sich CEO Ryan Cohen bei CNBC scharfen Fragen zu Finanzierungslücken und der Realisierbarkeit des Deals gegenüber. Seine vagen, zusammenhanglosen Antworten sorgten bei den Moderatoren für Gelächter und veranlassten den Investor Michael Burry dazu, seine gesamte Beteiligung abzustoßen, was die Märkte verunsicherte.
Nach dem überraschenden 56-Milliarden-Dollar-Angebot von GameStop zur Übernahme von eBay – das am Sonntagabend bekannt gegeben wurde, wie bereits berichtet – stellte sich CEO Ryan Cohen einem sechsminütigen CNBC-Interview mit den Moderatoren Andrew Ross Sorkin, Becky Quick und Melissa Lee. Als er darauf angesprochen wurde, wie sein 11 bis 12 Milliarden Dollar schweres Unternehmen den 56-Milliarden-Dollar-Deal (ein Aufschlag auf eBays Bewertung von 47 Milliarden Dollar) finanzieren wolle, verwies Cohen auf 20 Milliarden Dollar aus GameStops Bargeldbeständen und liquiden Anlagen, 11 Milliarden Dollar in Aktien und 20 Milliarden Dollar von TD Securities. Für die verbleibende Lücke bot er jedoch keinen Plan an und wich wiederholt mit Aussagen wie 'Hälfte Bargeld, Hälfte Aktien' und 'Ich verstehe Ihre Frage nicht' aus. Quick fragte direkt: 'Woher kommt der Rest des Geldes?', woraufhin Cohen bestätigte, dass es keine vorherige Beteiligung an eBay oder Gespräche gegeben habe: '...Nein. Wir fangen gerade erst an.' eBay hat nicht positiv auf das Angebot reagiert.
Das Interview wurde ausgestrahlt, während GameStop-Aktien live auf dem Bildschirm fielen. Der 'Big Short'-Investor Michael Burry, ein ehemaliger Unterstützer von Cohen, der dieses Jahr wieder bei GME eingestiegen war, enthüllte am 4. Mai auf Substack: 'Ich habe meine gesamte GME-Position verkauft' und kritisierte den schuldenlastigen Plan als einfallslos. Cohen stellte die Fusion als Konkurrenz zu Amazon dar und sagte 'eBay könnte größer sein', mit Visionen von Kostensenkungen und der Nutzung der physischen Geschäfte.
Die Reaktionen sind gespalten: Nutzer auf r/Superstonk feierten Cohen dafür, dass er 'standhaft geblieben' sei, während Kritiker den Auftritt angesichts der Ausweichmanöver als unseriös bezeichneten.