Hamburg und Berlin erhalten mit Unterstützung des Bundes den Status erweiterter Modellregionen für Mobilität, um den Einsatz autonomer Busse im Öffentlichen Personennahverkehr voranzutreiben. Dies soll den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Regionen stärken und den Personalmangel bei Fahrern bekämpfen. Das Konzept verspricht Revolutionen im ÖPNV, insbesondere in ländlichen Gebieten.
Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland leidet unter einem immensen Personalmangel, insbesondere bei Busfahrern. Autonome Busse könnten hier einen entscheidenden Schub geben, indem sie fahrerlos und zuverlässig verkehren. Allerdings ist der ÖPNV regional organisiert, was zu fragmentierten Pilotprojekten und fehlendem Austausch führt. Viele Prozesse werden unnötig wiederholt, was Kosten verursacht.
Hamburg sammelt seit Langem Erfahrungen mit Sammeltaxis der VW-Tochter MOIA, die spätestens ab 2027 autonom unterwegs sein sollen. In Berlin laufen Experimente mit dem wieder aktivierten Ruftaxi Berl-König, dem bald ein autonomes On-Demand-Shuttle folgt. Nun werden beide Städte mit Bundesunterstützung zu erweiterten Modellregionen für Mobilität ausgebaut. Dies fördert mehr Austausch und Zusammenarbeit, was als überfällig und vorbildlich gilt und anderen Verkehrsverbünden empfohlen wird.
Besonders ländliche Regionen profitieren: Statt nur zweimal täglich könnten Busse in kürzeren Intervallen und zu Randzeiten fahren. Autonome Shuttles könnten zudem die Wege zu Haltestellen überbrücken. Ein großes Verbunddenken, wie beim Deutschlandticket, dient als Vorbild. Eine Reduzierung der bundesweiten Verkehrsverbünde würde den Prozess vereinfachen.
Die europäische Autoindustrie muss autonomes Fahren beherzter vorantreiben. VW macht mit MOIA erst den Anfang, während Bilder von Robo-Taxis in San Francisco das Potenzial im Individualverkehr überstrahlen.