Chiles Gesundheitsministerin Ximena Aguilera unterbrach ihren Urlaub, um Privilegien bei der Hüftoperation ihrer Mutter im Hospital del Salvador am 23. Dezember abzustreiten. Oppositionspolitiker fordern ihren Rücktritt wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten, während das Krankenhaus betont, dass Protokolle eingehalten wurden. Ein Patient, dessen Eingriff verschoben wurde, starb Tage später und heizt die Debatte über Gerechtigkeit im öffentlichen Gesundheitswesen an.
Am 23. Dezember 2025 brach Lucía Sanhueza Vargas, 87, die Mutter der Gesundheitsministerin Ximena Aguilera, sich bei einem Sturz die Hüfte und kam gegen 11:00 Uhr im Hospital del Salvador an. Die Patientin mit fortgeschrittener Demenz wurde etwa 10 Stunden später in einem 'Fast-Track'-Verfahren operiert, das routinemäßige administrative Schritte übersprang. Aguilera, die an diesem Tag ein Krankenhaus in San Antonio eröffnete, traf gegen 15:00 Uhr im Krankenhaus in Santiago ein und bestritt, Sonderbehandlung gefordert zu haben.
Am 2. Januar 2026 wandte sich die Ministerin an die Presse, um Privilegien 'kategorisch auszuschließen', und betonte, dass Entscheidungen auf klinischen Kriterien basierten aufgrund ihres Alters und Zustands. 'Ein Sturz mit Hüftfraktur ist bei älteren Menschen ein ernstes Problem', erklärte sie und lehnte einen Rücktritt trotz Oppositiondruck ab. Sie bedauerte den Tod eines laparostomierten Patienten, dessen chirurgische Reexploration an diesem Tag verschoben wurde; er starb drei Tage später an septischem Schock, wobei das Krankenhaus klärte, dass er auf Intensivstation lag und sein Eingriff geplant, nicht emergent war.
Das Hospital del Salvador verteidigte, dass 'alle klinischen Entscheidungen ausschließlich auf technischen Kriterien basierten', startete eine Audit und reagierte auf eine Anfrage der Rechnungshof. Oppositionspolitiker wie Marlene Pérez (UDI) fragten jedoch: 'Es ist berechtigt zu fragen, ob es verantwortungsvoll ist, dass Personen mit privater Zahlungsfähigkeit Slots nutzen, die für die ohne Alternative gedacht sind.' Andrés Celis (RN) forderte eine Untersuchung wegen Einflussnahme und sagte, die 'Aussagen der Ministerin widersprechen Dokumenten.' Anwalt Raimundo Palamara klagte gegen Aguilera und Präsident Gabriel Boric wegen Unterlassung der Meldung.
Aus der Regierungskoalition schätzte Juan Luis Castro (PS) die Erklärung, kritisierte aber die Verzögerung: 'Das hätte von Anfang an gemacht werden können.' Das Ärztekollegium (Colmed) forderte eine 'unparteiische Untersuchung', um Priorisierung zu klären und Gleichheit zu wahren. La Moneda unterstützt Aguilera, doch der Fall untergräbt das Vertrauen in ein von Wartelisten belastetes Gesundheitssystem.