Ingenio La Cabaña beantragte am 12. Juni 2026 bei der Aufsichtsbehörde Supersociedades die Liquidation, nachdem die Frist für eine Sanierungsvereinbarung verstrichen war. Der Schritt löste Arbeiterproteste aus, die zur Blockade der Panamericana in Villa Rica führten.
Das Zuckerunternehmen, das seit über 80 Jahren in Guachené, Cauca, tätig ist, hatte im Mai 2024 ein Sanierungsverfahren nach dem Gesetz 1116 eingeleitet. Vorschläge zur Umstrukturierung von Schulden in Höhe von mehr als 314 Milliarden Pesos erhielten jedoch keine Unterstützung von den Finanzinstituten.
Am 12. Juni 2026 beantragte die Zuckerfabrik formell die Liquidation und verwies dabei auf makroökonomische und klimatische Faktoren sowie die Krise im Zuckersektor. Geschäftsführer Luis Enrique Saavedra Pardo hatte bereits 2024 auf die Auswirkungen von La Niña, hohe Verschuldung und gestiegene Zinssätze hingewiesen.
Als Reaktion darauf begannen direkte und indirekte Mitarbeiter am 16. Juni 2026 einen unbefristeten Streik. Sie blockierten die Panamericana an der Mautstelle Villa Rica, um ausstehende Lohnzahlungen und Maßnahmen zur Verhinderung der Liquidation zu fordern.
Supersociedades hat bisher noch keinen Liquidator ernannt. Das Unternehmen beantragte den sofortigen Schutz seines Vermögens im Norden von Cauca vor möglichen direkten Eingriffen.