Bei der Münchner Sicherheitskonferenz erklärte Außenminister S. Jaishankar, dass Indien der strategischen Autonomie verpflichtet bleibt und seine Energiekaufentscheidungen auf Verfügbarkeit, Kosten und Risiken basieren. Auf US-Vorwürfe eingehend betonte er Indiens Recht auf unabhängige Entscheidungen. In einem Gespräch mit seinem deutschen Amtskollegen hob er globale Veränderungen und eine multipolare Welt hervor.
Bei der Münchner Sicherheitskonferenz am 15. Februar 2026 betonte Außenminister S. Jaishankar Indiens strategische Autonomie als Reaktion auf US-Vorwürfe, dass Indien zugesagt habe, russische Ölimporte zu reduzieren. In einem Gespräch mit dem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul sagte Jaishankar: „We are very much wedded to strategic autonomy because it’s very much a part of our history and our evolution.“ (Wir sind der strategischen Autonomie sehr verbunden, weil sie ein wesentlicher Teil unserer Geschichte und unserer Entwicklung ist. [Übers. d. Red.] )n/nZu Energiefragen stellte er fest, dass Ölkonzerne bei Entscheidungen Verfügbarkeit, Kosten und Risiken berücksichtigen. Indien hat die Behauptungen der Trump-Regierung weder bestätigt noch dementiert, im Rahmen eines Handelsdeals den Kauf von russischem Öl einzustellen. Die USA haben Zölle auf indische Exporte von 50 auf 18 Prozent gesenkt und eine 25-Prozent-Strafabgabe von letztem Jahr wegen russischer Ölkäufe aufgehoben.n/nJaishankar sagte: „Wenn der Kern Ihrer Frage ist – würde ich unabhängig denkend bleiben und meine Entscheidungen treffen und würde ich Wahl treffen, die nicht mit Ihrem Denken übereinstimmen … ja, das kann passieren.“ Er verwies auf Veränderungen und Kontinuität in der Position der US-Regierung, die Veränderungen im Washingtoner Ansatz widerspiegeln.n/nEr unterstrich die Notwendigkeit einer UN-Reform nach Schocks wie der Covid-19-Pandemie, dem Ukraine-Krieg, Spannungen im Nahen Osten und dem Aufstieg Chinas, die globale Systeme beeinträchtigen. In einer multipolaren Welt mit mehr Entscheidungszentren müsse Indien die Beziehungen zu Europa beleben, sagte Jaishankar. Wadephul nannte Indien einen Schlüsselpartner Deutschlands bei UN-Reform, Handel, Verteidigung, Klimaschutzfähigkeit sowie Erhalt von Demokratie und regelbasierter Ordnung.n/nBei einer Podiumsrunde zur indischen Außenpolitik hob Jaishankar die Notwendigkeit eines beweglichen und dynamischen Umgangs mit der Multipolarität hervor und nannte das Indien-EU-Freihandelsabkommen und das Indien-US-Handelsabkommen. Bei Treffen mit G7-Außenministern bekräftigte er die Unterstützung für eine Reform des UN-Sicherheitsrats und den Schutz von Schifffahrtsrouten, Hafensicherheit und robuster Unterseekabelinfrastruktur.