Die Europäische Union und Indien haben eine Freihandelsabkommen, eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, ein Mobilitätsrahmenwerk und eine strategische Agenda bis 2030 abgeschlossen. Diese Abkommen bewältigen langjährige Verhandlungsherausforderungen und zielen darauf ab, wirtschaftliche und strategische Beziehungen zu stärken. In einer volatilen globalen Lage bieten sie gegenseitige Stabilität und Wachstumschancen.
Die Europäische Union und Indien haben kürzlich wichtige Meilensteine in ihren bilateralen Beziehungen erreicht, indem sie mehrere Schlüsselabkommen abschlossen. Dazu gehören ein lang überfälliges Freihandelsabkommen (FTA), eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, ein umfassender Rahmen für die Zusammenarbeit bei Mobilität und eine umfassende strategische Agenda bis 2030. Die Verhandlungen stießen auf Hürden: Indien schützte sensible Sektoren wie Landwirtschaft und Milchprodukte, während die EU Exporte in Landwirtschaft und Automobilbranche priorisierte sowie Standards für Umwelt und Arbeit. Das FTA gewährt Marktzugang für über 99 Prozent der indischen Exporte in die 22-Billionen-Dollar-Wirtschaft der EU mit 450 Millionen einkommensstarken Verbrauchern, schützt jedoch politischen Spielraum für vulnerable Bereiche. Erwartete Nutznießer sind Sektoren wie Leder, Schuhe, Textilien, Bekleidung, Meeresprodukte, Medizinische Instrumente, Edelsteine und Schmuck, Kunststoffe und Chemikalien. Das Mobilitätsabkommen erleichtert die Bewegung indischer Fachkräfte, Studenten und qualifizierter Arbeiter und könnte die Wettbewerbsfähigkeit in der Fertigung steigern sowie ausländische Investitionen anziehen. Die Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft schafft einen übergeordneten Rahmen für die Zusammenarbeit, basierend auf bestehenden bilateralen Beziehungen wie mit Frankreich. Sie passt zum sich wandelnden Verteidigungsaufbau der EU inmitten von Druck durch den Ukraine-Konflikt und US-Einflüssen. Indien kann durch Co-Design, Co-Produktion von Systemen und Technologietransfers beitragen. Diese Entwicklungen resultieren aus Jahren von Gesprächen, die auf gemeinsamen Werten wie strategischer Autonomie, multipolarer Welt, Säkularismus, Pluralismus, Demokratie und Toleranz beruhen, nicht auf externem Druck. Die Agenda 2030 basiert auf fünf Säulen: Wohlstand durch das FTA, Technologie und Innovation über den Trade and Technology Council, Verteidigungsumbau, Konnektivität entlang des India-Middle East-Europe Corridors und verstärkte Menschen-zu-Menschen-Kontakte. Diese Konvergenz unterstreicht die Kompatibilität zwischen der am schnellsten wachsenden 4-Billionen-Dollar-Wirtschaft Indiens und der EU und positioniert beide als Anker in der Multipolarität.