Indien und EU schließen Verhandlungen über Freihandelsabkommen ab

Indien und die Europäische Union haben nach fast 20 Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das Abkommen soll den Handel ankurbeln, Zölle senken und strategische Partnerschaften inmitten veränderter globaler Dynamiken stärken. Europäischer Rat Präsident Antonio Costa erklärte, es sende eine Botschaft der Stabilität gegen aufkommenden Protektionismus.

Indien und die Europäische Union (EU) haben am Montag die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen (FTA) abgeschlossen, nach fast zwei Jahrzehnten Gesprächen. Das Abkommen soll auf dem Indien-EU-Gipfel am Dienstag offiziell angekündigt werden. Die EU ist Indiens größter Handelspartner und macht mit 120 Milliarden Euro Warenhandel im Jahr 2024 11,5 Prozent des indischen Gesamthandels aus. Der Dienstleistungshandel lag 2023 bei 59,7 Milliarden Euro, während der Bestand an Direktinvestitionen 140,1 Milliarden Euro erreichte. Europäischer Rat Präsident Antonio Costa, der zusammen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Gastgeber bei Indiens 77. Republic Day-Feierlichkeiten war, sagte: „In unserer multipolaren Welt ist es essenziell, dass die EU und Indien immer engere Partner werden, weil wir gemeinsam starke Anbieter von Stabilität, Schutzfähigkeit und Zuverlässigkeit in den internationalen Beziehungen sein können und unseren auf Regeln basierenden internationalen Ordnungen schützen.“ Vor dem Hintergrund der US-Handelspolitik unter Präsident Donald Trump betonte Costa, dass das FTA als „sehr wichtiger geopolitischer Stabilisator und als Schaukasten dafür dient, wie es möglich ist, den auf Regeln basierenden internationalen Handel zu schützen.“ Er merkte an, dass die Vereinbarung eine „wichtige politische Botschaft an die Welt“ sende, dass Indien und die EU mehr an Handelsabkommen als an Zöllen glaubten, insbesondere da Protektionismus mit steigenden Zöllen in Ländern zunimmt. Das Abkommen wird indische Exporte wie Textilien und Schmuck ankurbeln, die seit Ende August von 50-prozentigen US-Zöllen betroffen sind. Zusätzlich werden eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft sowie ein Mobilitätsrahmen für indische Studenten und Fachkräfte finalisiert. Costa hob die Zusammenarbeit in Cybersicherheit, Terrorismusbekämpfung und Seesicherheit hervor, einschließlich Operation Aspides zur Sicherung freier Handelsrouten. Die Ratifizierung durch das Europäische Parlament könnte mindestens ein Jahr dauern, bevor das Abkommen in Kraft tritt und Indiens Handelsdiversifizierung inmitten globaler geoeconomischer Turbulenzen stärkt.

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