Beim G20-Gipfel in Johannesburg traf der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung den deutschen Kanzler Friedrich Merz, um die Erfahrungen Deutschlands beim Überwinden der Teilung und Erreichen der Wiedervereinigung zu erbitten, inmitten von Bemühungen zur Entspannung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Die Regierung Lees strebt seit Amtsantritt im Juni die Wiederaufnahme des Engagements mit Nordkorea an, doch Pjöngjang bleibt unresponsiv. Die beiden Führer einigten sich auf eine Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit.
Am Samstag, dem 22. November 2025, führte der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung im Rahmen der Gespräche auf den Rändern des G20-Gipfels in Johannesburg, Südafrika, sein erstes persönliches Treffen mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz durch. Lee erläuterte die Bemühungen seiner Regierung zur Entspannung der Spannungen und Förderung des Friedens auf der koreanischen Halbinsel seit Amtsantritt im Juni und bat Deutschland, seine Erfahrungen beim Überwinden der Teilung und Erreichen der Wiedervereinigung zu teilen.
"Es gibt vieles, was die Republik Korea von Deutschlands Erfahrung lernen kann“, sagte Lee unter Bezug auf den offiziellen Namen Südkoreas. „Wir sollten lernen, wie Deutschland die Teilung überwunden und die Wiedervereinigung erreicht hat, und die Republik Korea sollte diesen Weg ebenfalls gehen.“ Als Lee scherzhaft fragte, ob Deutschland ein „geheimes Know-how“ zur Wiedervereinigung habe, erwiderte Merz, dass es so etwas nicht gebe.
Merz äußerte Interesse an der Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel und in der Umgebung und wollte Südkoreas Wahrnehmung bezüglich Chinas hören, da Deutschland seine Strategie gegenüber der asiatischen Supermacht überdenkt. Die beiden Führer einigten sich darauf, die bilaterale wirtschaftliche Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, kritische Mineralien und anderen auszubauen.
Lee hob die wichtige Rolle Deutschlands bei den jüngsten Bemühungen europäischer Länder zur Stärkung der Verteidigungsindustriekapazitäten hervor und forderte Merz auf, das Interesse koreanischer Rüstungsunternehmen an einer Vertiefung der Partnerschaften mit deutschen Firmen zu beachten. Er bat ferner um fortgesetzte deutsche Kooperation und Unterstützung. Die Führer einigten sich darauf, die Gespräche nächstes Jahr durch gegenseitige Besuche fortzusetzen.