Einen Tag nach einer gerichtlichen Blockade hat Präsident Lula das Visum von Donald Trumps Berater Darren Beattie widerrufen und damit dessen Einreise nach Brasilien verhindert, wo er den inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro besuchen wollte. Dieser Schritt unterstreicht die Souveränität Brasiliens inmitten von Spannungen zwischen den USA und Brasilien sowie als Reaktion auf frühere Visastreichungen für brasilianische Amtsträger.
Nach dem Veto des Obersten Richters Alexandre de Moraes vom 12. März gegen den geplanten Gefängnisbesuch von Darren Beattie bei Jair Bolsonaro – ausgelöst durch Warnungen des Außenministeriums vor Einmischung – befahl Präsident Lula am 13. März 2026 die Widerrufung des Visums des US-Beraters. Beattie, ein Regierungsberater unter Trump, der Lula und die brasilianische Justiz kritisiert, wollte Bolsonaro (der wegen eines Putschversuchs inhaftiert ist) und seinen Sohn Flávio Bolsonaro (PL), einen Präsidentschaftshoffnungs träger für 2026, der in Umfragen mit Lula gleichauf liegt, treffen. ⏎⏎Der Widerruf reagiert auf US-Visakürzungen für den brasilianischen Gesundheitsminister Alexandre Padilha Ende 2025 sowie frühere Trump-Sanktionen im Zusammenhang mit Bolsonaro-Untersuchungen. Itamaraty-Außenminister Mauro Vieira hatte dem Obersten Bundesgericht (STF) mitgeteilt, dass der Besuch gegen Nichteinmischungsprinzipien verstößt, was Moraes dazu veranlasste, seine anfängliche Genehmigung zu kippen. Beatties separater Antrag, den Vizepräsidenten des TSE Kassio Nunes Marques zu Wahlen zu treffen, wurde ebenfalls blockiert. ⏎⏎Lula-Helfer sorgen sich vor den Wahlen im Oktober 2026 um eine Stärkung des „Bolsonarismo“ durch die USA, obwohl sie keine direkte Trump-Unterstützung und laufende Gespräche für Lulas USA-Reise im April zu Anti-Verbrechensabkommen betonen. PT-Chefin Gleisi Hoffmann billigte: „Beatties Versuch, den verurteilten Bolsonaro zu besuchen, scheiterte, und nun ist er auf Lulas Befehl visumlos.“ Eine März-Umfrage von Genial/Quaest ergab, dass 48 Prozent der Brasilianer die USA ungünstig bewerten gegenüber 38 Prozent günstig. ⏎⏎Die Spannungen gipfelten 2025 bei Bolsonaro-Sanktionen, entspannten sich aber leicht nach dem UN-Treffen. Brasilien will unter Trump Souveränität mit Kooperation balancieren.