Nachdem sie am Dienstag vom Pariser Berufungsgericht verurteilt wurde, kündigte Marine Le Pen am selben Abend im Sender TF1 ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 an und erklärte, sie werde Kassationsbeschwerde einlegen.
Die Vorsitzende des Rassemblement National wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, davon ein Jahr mit elektronischer Fußfessel, sowie zu fünfzehn Monaten unbedingter Wählbarkeitsbeschränkung. Das Gericht berücksichtigte die Wahlfreiheit der Wähler, indem es die Dauer der Wählbarkeitsbeschränkung begrenzte.
In der 20-Uhr-Nachrichtensendung von TF1 erklärte Marine Le Pen: „Ich bin heute Abend eine Kandidatin.“ Sie kündigte an, Kassationsbeschwerde einzulegen, und argumentierte, dass die Beschwerde die Vollstreckung des Urteils aufschiebe und es ihr ermögliche, ohne elektronische Fußfessel Wahlkampf zu führen.
Sie bekräftigte ihre Unschuld und bestätigte, dass Jordan Bardella im Falle ihrer Wahl ihr Premierminister wäre. Es wird erwartet, dass die Generalstaatsanwaltschaft in der kommenden Woche über eine mögliche Berufung der Anklagebehörde entscheidet.
Politische Akteure aus dem gesamten Spektrum reagierten auf die Nachricht, wobei einige ihre Entscheidung kritisierten, während andere betonten, dass die Wähler das letzte Wort hätten.