Momente der Gnade auf dem Tafelberg mit Mauerseglern

Ein Radfahrer stößt auf eine traditionelle Zeremonie auf dem Devil’s Peak und sieht Tausende von Mauerseglern im Flug nahe dem Tafelberg. Das Ereignis hebt uralte kulturelle Praktiken und die außergewöhnliche Migration der Vögel hervor. Diese Beobachtungen bieten Reflexionen über tiefe Zeit inmitten globaler Konflikte.

Am Sonntag, während er auf einem Pfad hoch an den Hängen des Devil’s Peak radelte, beobachtete der Autor eine Gruppe von etwa 40 Männern, Frauen und Kindern auf einer Lichtung. Sie unterhielten sich in isiXhosa, viele knieten und ließen aufgesammelten Sand und Blätter durch ihre Finger rieseln, während sie sangen. Andere plauderten oder aßen Frühstück aus Rucksäcken und schufen so eine fröhliche Atmosphäre.  nn Wieder wurde gefragt, ob es sich um eine religiöse Gruppe handle, worauf ein junger Mann erwiderte: „Nein, diese Zeremonie ist viel älter als eure Religionen. Wir feiern die alten Wege.“ Auf die Frage, was sie feierten, zeigte er auf den Berg, lachte, breitete die Arme aus und sagte: „Alles.“nn Beim Zurückradeln Richtung Tafelberg war der Autor beeindruckt von Tausenden Mauerseglern, die Insekten in einem Tal und an den Hängen jagten. Die Vögel flogen so schnell und nah, dass die Luft wellte.nn Mauersegler sind bemerkenswerte Luftmigranten. Die beobachteten Vögel könnten in Schweden geschlüpft, die Sahara überquert, im Kongobecken gejagt und einen Berg bei Kapstadt erreicht haben, ohne je zu landen. Sie legen eine Hin- und Rückreise von rund 20.000 km zurück. Zehn Monate lang fliegen sie ununterbrochen, essen, trinken, schlafen und paaren sich in der Luft.nn Zum Ruhen schlafen sie hemisphärisch, eine Hirnhälfte nach der anderen, steigen bei Dämmerung auf etwa 3.000 m auf und gleiten langsam bis zum Morgengrauen. Frühe Naturforscher hielten sie für unter Wasser schlafend wegen ihrer nächtlichen Gewohnheiten. Ihre Nahrung besteht aus Luftplankton wie Fliegen, Blattläusen, Käfern und Spinnen. Sie orientieren sich mit Sonnensignalen, polarisiertem Licht und möglicherweise Geomagnetismus und können bis zu 20 Jahre alt werden.nn Diese Erfahrung ist Teil der Storied-Mountain-Serie, die die tiefe Zeit der Gesteine, des Fynbos, der Kreaturen und Lebenszyklen des Tafelbergs erforscht, die Millionen Jahre vor den Menschen existierten. Der Autor reflektiert über die kurze Präsenz der Menschheit auf dem Planeten, besonders in Zeiten des Krieges, und ermutigt, solche Momente der Gnade zu sammeln.

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