Im Januar 1979 fand ein Briefträger in dem kleinen Dorf Kattrepel den Gastwirt der Gastwirtschaft Meier tot am Stammtisch. Der Fall blieb rätselhaft, inmitten des katastrophalen Winters 1978/79. Die Dithmarscher Landeszeitung berichtete mit einem markanten ersten Satz über den Vorfall.
Der Vorfall ereignete sich in Kattrepel, einem Dorf an der schleswig-holsteinischen Westküste. Am Neujahrsmorgen 1979 entdeckte der Briefträger für Kattrepel den Wirt tot in seiner Gastwirtschaft Meier, während er auf seiner Autotour unterwegs war. Die Meldung in der Dithmarscher Landeszeitung vom 4. Januar 1979 begann mit dem Satz: „Nicht schlecht staunte der Briefträger für Kattrepel, als er auf seiner Auto-Tour in der Gastwirtschaft Meier in Kattrepel den Wirt tot am Stammtisch liegend fand.“
Der Fund fiel in den 'Katastrophenwinter' 1978/79, als halb Deutschland vereist war, Dörfer ohne Strom dasaßen und Babys per Hubschrauber geboren wurden. In Berlin sank die Temperatur in der Silvesternacht auf minus 19 Grad, und die Tagesschau titelte „Schnee-Chaos“. Nachbarn hatten den Gastwirt noch am Silvesternachmittag lebend gehört, was den Todesfall besonders rätselhaft machte.
Der Gastwirt war zuvor zweimal in seinem Lokal überfallen worden. Die Zeitung fragte: „Sollte ihm das dritte Mal zum Verhängnis geworden sein?“ Die Kripo Brunsbüttel wurde eingeschaltet, wie üblich bei toten Gastwirten. Aufgrund der 'Gesamtsituation' ging die Polizei von einem möglichen Verbrechen aus. Die Zeitung, die seit über 150 Jahren lokale Ereignisse festhält, verfasste die Meldung knapp in zwei Spalten, trotz der Schneekatastrophe.
Der Bericht verbindet Routine und Außergewöhnliches und wird in einer SPIEGEL-Kolumne als Beispiel für kraftvolle deutsche Sprache gelobt. Er beschreibt das Leben als Tragikomödie in unklarer Gesamtsituation.