Narungga-Dichterin Natalie Harkin ist für den Stella Prize 2026 mit ihrem Buch Apron-Sorrow / Sovereign-Tea auf die Longlist gekommen, das die Geschichte aboriginalischer Frauen in häuslicher Knechtschaft in Südaustralien erforscht. Der Preis ehrt neue Werke australischer Frauen und nichtbinärer Autor:innen aller Genres. Die Longlist wurde am 11. März 2026 aus 212 Einsendungen bekanntgegeben.
Der Stella Prize, dotiert mit 60.000 Dollar, wurde gegründet, um australische Frauen und nichtbinäre Schriftsteller:innen zu fördern. Natalie Harkins Apron-Sorrow / Sovereign-Tea, 2025 bei Wakefield Press erschienen, ist Teil ihrer archival-poetischen Praxis, die in Institutionen wie dem Museum of Contemporary Art und der Art Gallery of South Australia gezeigt wurde. Das Buch dokumentiert die Erfahrungen aboriginalischer Frauen, die in Südaustralien zur häuslichen Dienstbarkeit gezwungen wurden, und greift auf Familienerzählungen und Gemeindegeschichten sowie staatliche Archive zurück. Harkin, Autorin, Künstlerin und Akademikerin an der Flinders University, bezeichnete die Longlist-Nominierung als „komplett aus heiterem Himmel und einen echten Schock“. Sie betonte den kollaborativen Charakter des Projekts: „Am wichtigsten ist, dass Apron-Sorrow / Sovereign-Tea ein gemeinsames Projekt mit Aboriginal-Frauen aus meiner Familie und Gemeinde war, um ihre Erinnerungsgeschichten an die häusliche Arbeit so zu dokumentieren, wie sie es wollten, mit ihren Stimmen sowie den Stimmen von Aboriginal-Frauen in den Archiven – und diese kollektiven Stimmen bilden den Herzschlag des Buches.“ Harkin betonte, dass die Anerkennung die beteiligten Frauen ehrt und anhaltende Probleme wie gestohlene Löhne und archivarische Gerechtigkeit in Südaustralien beleuchtet. Die Jury aus Sophie Gee, Jaclyn Crupi, Benjamin Law, Gillian O’Shaughnessy und Ellen van Neerven lobte das Buch als „mächtige Auseinandersetzung mit den Staatsarchiven, die die erschütternden Erfahrungen aboriginalischer Frauen und Mädchen in häuslicher Knechtschaft in Südaustralien erhellt und lebendig erinnert“. Sie ergänzten: „Die generationenübergreifenden Folgen für Familien und Gemeinden werden eindringlich vermittelt, und Harkins gewebte Wahrheitserzählung ist eine starke Antwort auf weißgetünchte Narrative und brutale Systeme der Kontrolle und Unterdrückung.“ Die Longlist umfasst 12 Werke: KONTRA von Eunice Andrada, The Rot von Evelyn Araluen, Memorial Days von Geraldine Brooks, Ankami von Debra Dank, Fireweather von Miranda Darling, Apron-Sorrow / Sovereign-Tea von Natalie Harkin, Cannon von Lee Lai, Wild Dark Shore von Charlotte McConaghy, Wait Here von Lucy Nelson, Find Me at the Jaffa Gate: An Encyclopaedia of a Palestinian family von Micaela Sahhar, 58 Facets: On violence and the law von Marika Sosnowski und I Am Nannertgarrook von Tasma Walton. Der Gewinner wird am 13. Mai 2026 bekanntgegeben. Letztjährige Gewinnerin war Michelle de Kretser mit Theory & Practice.