Am 28. Januar 2026 hat die Nationalversammlung einstimmig einen Gesetzentwurf angenommen, um die über 2.000 réunionischen Minderjährigen anzuerkennen und die erlittenen Schäden zu beheben, die zwischen 1962 und 1984 zwangsweise auf das französische Festland umgesiedelt wurden. Diese Kinder wurden von ihren Familien getrennt, um ländliche Gebiete wieder zu besiedeln. Eine Senatsabstimmung ist noch für die endgültige Annahme erforderlich.
Zwischen 1962 und 1984 wurden rund 2.015 Kinder von der Réunion, von Säuglingen bis zu Jugendlichen, im Rahmen einer Politik zur Bekämpfung der ländlichen Entvölkerung auf das französische Festland umgesiedelt. Ein Drittel dieser Minderjährigen wurde in das Département Creuse geschickt, wodurch sie den Beinamen „Creuse-Kinder“ erhielten, während die anderen über etwa 60 Départements verteilt wurden. Dieses Verfahren trennte die Kinder von ihren Eltern und Geschwistern und brachte sie in oft unwillkommene ländliche Umgebungen. Marie-Germaine Périgonne, die im Alter von 3 Jahren umgesiedelt wurde und Präsidentin der Föderation der aus den überseeischen Départements und Regionen entwurzelten Kinder ist, hat Berichte über die Härten geteilt, denen diese Kinder ausgesetzt waren, und hebt die wachsende Anerkennung der Rolle des Staates in ihrer erzwungenen Exil hervor. Am 28. Januar 2026 hat die Nationalversammlung einstimmig einen Gesetzentwurf verabschiedet, um diese Anerkennung zu formalisieren und Reparationen für die erlittenen Schäden zu ermöglichen. Obwohl einige Exilierte bereits Schadensersatz vom Staat gefordert haben, markiert dieser legislative Schritt einen bedeutenden Meilenstein. Der Gesetzentwurf wartet nun auf eine Abstimmung im Senat zur endgültigen Genehmigung, was zu Entschädigungen und Unterstützung für die Opfer führen könnte.