Die französische Nationalversammlung hat am Dienstag einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Verwaltungshaft für gefährliche irreguläre Ausländer auf bis zu sieben Monate verlängert. Der von Charles Rodwell eingebrachte Entwurf wurde vom Zentrum bis zur nationalistischen Rechten unterstützt und mit 345 zu 177 Stimmen der Linken angenommen. Er enthält zudem Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung und wird am 20. Mai im Senat beraten.
Die Abgeordneten billigten den von der Regierung unterstützten Gesetzentwurf von Charles Rodwell (Renaissance). Nach drei Wochen hitziger Debatten wurde er mit 345 Stimmen der Mitte bis zum Rassemblement national gegen 177 Stimmen der Linken verabschiedet. Vor der feierlichen Abstimmung wurde eine Mitte April gestrichene Schlüsselbestimmung wieder eingeführt: Sie verlängert die Haft auf 210 Tage für Ausländer mit einer OQTF-Ausreisepflicht, die wegen Straftaten gegen Personen zu mindestens drei Jahren Gefängnis verurteilt wurden und eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Ordnung darstellen.
Der Gesetzentwurf reagiert auf ein Urteil des Verfassungsrats vom vergangenen Sommer, der eine ähnliche Maßnahme als unverhältnismäßig verworfen hatte. Die Gesetzgeber überarbeiteten sie restriktiver, sodass laut Charles Rodwell «nur noch einige Dutzend Menschen pro Jahr» betroffen sind. Die Initiative, vorangetrieben von Bruno Retailleau (LR), geht auf den Mord an der Studentin Philippine im Jahr 2024 zurück, der von einem Tatverdächtigen unter OQTF-Ausreisepflicht begangen wurde, welcher kurz zuvor aus der Haft entlassen worden war.
Der Text stärkt zudem Instrumente zur Terrorismusbekämpfung und enthält eine psychiatrische Komponente. Premierminister Sébastien Lecornu begrüßte den «vollständigen und einsatzfähigen Text». Bruno Retailleau sprach von einem «großen Schritt». Der Entwurf geht nun am 20. Mai zur Prüfung in den Senat.