Die Rückführungen irregulärer algerischer Staatsbürger zwischen Paris und Algier wurden nach monatelanger Blockade stillschweigend wieder aufgenommen. Der kürzliche Besuch des französischen Innenministers Laurent Nuñez gilt als ausschlaggebend für diese Annäherung. Algerien hält jedoch den Druck aufrecht, indem es mehrere diplomatische Fronten eröffnet.
Die französischen und algerischen Behörden haben die Rückführungen von Algeriern, die das französische Staatsgebiet verlassen müssen (OQTF), nach monatelangem Stillstand still und leise wieder aufgenommen.
In Paris zeigen sich bilaterale Quellen erleichtert. „Die Zahlen sind nicht spektakulär“, aber „die Maschine ist wieder angelaufen, und das ist das Wesentliche“, merken Beamte hinter den Kulissen an. Der Besuch des Innenministers Laurent Nuñez, bei dem er den algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune traf, „trug seine Früchte“ und stellte den Dialog über offizielle Kanäle wieder her.
Algier reagierte scharf. Am Sonntagabend kritisierte die offizielle Nachrichtenagentur APS den französischen nationalen Anti-Terror-Staatsanwalt Olivier Christen. Er hatte am 3. April auf Franceinfo erklärt, dass seine Behörde acht Verfahren wegen „Staatsterrorismus“ eingeleitet habe, die unter anderem gegen den Iran und Russland gerichtet seien.
Diese Wiederaufnahme findet inmitten anhaltender Spannungen statt, wobei Algier das Machtgleichgewicht wahrt, indem es in den letzten Tagen mehrere Fronten eröffnet hat.