Die acht wichtigsten französischen Gewerkschaften haben am 12. April einen Brief an Premierminister Sébastien Lecornu gesandt, in dem sie gegen die Ausweitung der Arbeit am 1. Mai protestieren. Lecornu reagiert abwartend und verspricht einen Dialog sowie ein Treffen mit dem Arbeitsminister. Der 2025 vom Senat verabschiedete Gesetzentwurf unterliegt einem beschleunigten parlamentarischen Verfahren.
Die Führungskräfte der acht wichtigsten französischen Gewerkschaften – CFDT, CGT, FO, CFE-CGC, CFTC, Unsa, FSU und Solidaires – sandten am Sonntag, den 12. April, einen gemeinsamen Brief an Premierminister Sébastien Lecornu. Sie verurteilen die "erzwungene Verabschiedung" des Gesetzentwurfs in der Nationalversammlung, der darauf abzielt, die Arbeitserlaubnis am 1. Mai, insbesondere für den Einzelhandel in Wohnortnähe, auszuweiten. "Herr Premierminister, man reformiert nicht so brutal einen Text, der aus einem Jahrhundert Sozialgeschichte und kollektiven Errungenschaften stammt", schreiben sie.
Lecornus Umfeld reagierte mit der Erklärung, dass der Gemeinsame Vermittlungsausschuss (CMP) noch nicht einberufen worden sei und es angemessen sei, "sich die notwendige Zeit zu nehmen, um auf eine effektive und akzeptable Lösung hinzuarbeiten". Auf Wunsch des Premierministers werden sich diese Organisationen am Montag mit Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou treffen, um "einen verantwortungsvollen Dialog fortzusetzen". "Wie der Premierminister immer gesagt hat, wird es keinen erzwungenen Durchmarsch geben", versichert Matignon.
Der Gesetzentwurf geht auf einen Vorschlag der zentristischen Senatoren Annick Billon und Hervé Marseille zurück, der im Juli 2025 nach Inspektionen bei Bäckern im Jahr 2024 vom Senat verabschiedet wurde. Am Freitag lehnten macronistische Abgeordnete, gefolgt von den Republikanern und dem RN, den Entwurf taktisch ab, um ihn an den CMP zu verweisen, damit er bereits 2026 angewendet werden kann.
Der Erste Sekretär der PS, Olivier Faure, schließt einen Misstrauensantrag gemeinsam mit der Linken nicht aus, falls der soziale Dialog nicht respektiert wird, und erklärt, dass es bei diesem symbolischen Thema "nichts anderes geben kann als die Wiederaufnahme des sozialen Dialogs".