Die Fraktion des Rassemblement National (RN) hat am Montag, 23. Februar, ein Misstrauensvotum gegen die Regierung eingebracht und protestiert damit gegen die am 13. Februar per Dekret verabschiedete Energistrategie. Die Partei kritisiert sowohl die Form der Entscheidung als auch ihren Inhalt, der als nachteilig für Kernenergie und öffentliche Finanzen gesehen wird. Das Votum wird frühestens am Mittwoch geprüft, seine Erfolgschancen bleiben jedoch gering.
Das Rassemblement National (RN) hat auf die Veröffentlichung des Dekrets zum mehrjährigen Energieprogramm (PPE) für 2025-2035 reagiert, das die Regierung am 12. Februar nach drei Jahren intensiver Debatten und wiederholter Verzögerungen vorgestellt hat. Diese Strategie betont die Steigerung des Verbrauchs von dekarbonisiertem Strom, vor allem aus Kernenergie, um teure importierte fossile Brennstoffe zu ersetzen. Sie plant jedoch eine reduzierte Ausrollung von Onshore-Wind- und Solarenergie. Das Misstrauensvotum, eingebracht von der RN-Fraktion in der Nationalversammlung, protestiert gegen einen „illiberalen Akt gegen das Parlament“, da die Regierung nach Energiecode hätte legislieren sollen. Sachlich verurteilt RN „eine Politik nach unten, die intermittierende Energien beschleunigt, über Kernenergie lügt und ein hohes Risiko für die öffentlichen Finanzen birgt“. Laut Fraktionsquelle folgt dies einem Aufruf von Marine Le Pen, Fraktionspräsidentin, Opposition abzuurufen oder RN handle selbst. Die Partei kritisiert ferner die „irrationale Wahl“ intermittierender Energien durch die EU-Kommission. Aufgrund einer 48-Stunden-Frist kann das Votum frühestens Mittwoch behandelt werden und hat geringe Chancen, da frühere RN-Voten keine Linkenunterstützung fanden. Derweil äußert der rechtsgerichtete Senat ähnliche Bedenken zum Dekretverfahren. Eine Debatte ist für MontagNachmittag im Senat angesetzt, beantragt von Präsident Gérard Larcher.