Während die Academy die Regeln für die 99. Oscar-Verleihung verschärft, um KI-generierte Werke auszuschließen, verfolgen bedeutende Gaming-Preise wie die Game Awards und die BAFTAs deutlich mildere Ansätze: Sie fordern in einigen Fällen lediglich eine Offenlegung, sprechen aber keine generellen Verbote aus.
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences gab am 1. Mai aktualisierte Teilnahmebedingungen für die 99. Oscars bekannt. Diese schreiben eine menschliche Beteiligung vom Drehbuch bis zur Leinwand vor und behalten sich das Recht vor, den Einsatz von KI zu untersuchen – Änderungen, die bereits ausführlich thematisiert wurden (siehe: 'Academy bars AI from Oscar eligibility under new 99th ceremony rules').
Diese Maßnahmen stehen in krassem Gegensatz zu den Auszeichnungen der Gaming-Industrie. Die Game Awards, oft als die 'Oscars der Gaming-Branche' bezeichnet, haben in der Vergangenheit die Redezeiten der Entwickler begrenzt und den Fokus auf Promotion gelegt, wobei sie sich bei jüngsten Veranstaltungen kaum mit KI-Themen auseinandergesetzt haben. Die BAFTA verlangt für einige Einreichungen eine Offenlegung bei KI-Nutzung, lässt jedoch KI-beeinflusste Spiele zu. Am 1. Mai distanzierte sich C. Bedford, Mitentwickler von Sorry We’re Closed, öffentlich von einem KI-Panel der BAFTA, nachdem ein Foto von ihm aus dem Jahr 2024 für Werbezwecke verwendet wurde. Auf Social Media erklärte er: „Ich habe keinerlei Verbindung dazu und möchte klarstellen, dass ich NICHT an dieser Veranstaltung teilnehme und auch nicht anwesend sein werde.“
Ein härteres Vorgehen zeigte die Indie Game Awards, die im vergangenen Jahr Nominierungen für Clair Obscur: Expedition 33 aufgrund von KI-Nutzung zurückzogen. Das entschlossene Handeln der Oscars unterstreicht die wachsenden Bedenken Hollywoods hinsichtlich KI, inmitten von Projekten prominenter Persönlichkeiten wie Darren Aronofsky und Steven Soderbergh, während die Gaming-Branche weiterhin permissiver bleibt.