Präsident Gustavo Petro hat das Recht der Versicherten verteidigt, ihre Pensionsersparnisse von den AFP zu Colpensiones zu übertragen, als Reaktion auf Kritik der Nationalen Vereinigung der Finanzinstitute (Anif). Anif warnte, dass das Entwurfsdekret des Arbeitsministeriums fiskalische Risiken durch die Übertragung von fast 25 Billionen Dollar birgt, was das Pensionssystem und die öffentlichen Finanzen beeinträchtigt.
Das Arbeitsministerium hat einen Entwurfsdekret veröffentlicht, der die Regeln für die Übertragung von Mitteln aus dem Régimen de Ahorro Individual con Solidaridad (Rais) zu Colpensiones ändert. Dieser Vorschlag verpflichtet die Administradoras de Fondos de Pensiones (AFP), innerhalb von 15 Tagen nach Unterzeichnung der Norm die gesamten angesparten Ersparnisse der Versicherten zu übertragen, die sich für die Übertragung entschieden haben, unabhängig davon, ob sie die Rentenansprüche erfüllen. Die Nationale Vereinigung der Finanzinstitute (Anif) äußerte Bedenken hinsichtlich der negativen Auswirkungen der Maßnahme auf das Pensionssystem und die öffentlichen Finanzen. Laut Anif bleiben die individuellen Rechte der Versicherten unberührt, doch die sofortige Übertragung von fast 25 Billionen Dollar von den AFP zu Colpensiones würde die Mittel des Fondo de Ahorro del Pilar Contributivo (Fapc) mindern, das für zukünftige Renten von Arbeitnehmern mit bis zu 2,3 Mindestlöhnen vorgesehen ist. Der Think Tank merkte an, dass diese Mittel für aktuelle Verpflichtungen verwendet würden, was die Erschöpfung des Fonds beschleunigt und zukünftige Deckung aus dem Allgemeinen Nationalhaushalt erfordert, möglicherweise mit höheren Steuern oder Anpassungen der öffentlichen Ausgaben. Anif warnte auch vor Auswirkungen auf die Kosten der Staatsverschuldung: Etwa 70 % der 25 Billionen Dollar, also 17,5 Billionen, sind in Staatsanleihen investiert. Eine schnelle Liquidation würde ein massives Angebot schaffen, Preise senken und Zinsen erhöhen, was die Staatsfinanzierung verteuert. Zudem hob sie einen potenziellen Rechtskonflikt mit Artikel 76 des Gesetzes 2381 von 2024 hervor, das vorschreibt, dass Mittel auf individuellen Konten bei den AFP bleiben, bis das Rentenrecht gefestigt ist. Als Reaktion verteidigte Präsident Gustavo Petro das Recht der Beitragszahler, ihre Ersparnisse sofort zu übertragen, da sie ihnen gehören. Er fragte, ob Anif und private Verbände dieses Recht verweigern oder ob den Fonds die Kapazität fehle. Er ermutigte Versicherte, rechtliche Schritte einzuleiten, falls ihre Rechte verletzt werden, und kündigte ein Treffen mit der Finanzaufsicht an. Petro bezeichnete jede Ablehnung freiwilliger Übertragungen als verfassungswidrig, forderte die Genehmigung der Rentenreform durch das Verfassungsgericht und rief Asofondos zum Dialog über die Betriebsfähigkeit des Systems auf. Diese Debatte unterstreicht die Spannungen zwischen individuellen Sparrechten und der langfristigen fiskalischen Nachhaltigkeit des Pensionssystems.