Der kolumbianische Staatsrat hat Kapitel 5 des Dekrets 415 von 2026 ausgesetzt, das die AFP dazu verpflichtete, unverzüglich 25 Billionen Peso an Colpensiones zu übertragen. Die vorsorgliche Maßnahme betrifft die Ersparnisse derjenigen, die das Rentensystem gewechselt haben, aber die Rentenvoraussetzungen noch nicht erfüllen. Asofondos hat beantragt, die Aussetzung auch auf die verbleibenden 5 Billionen Peso auszuweiten.
Der kolumbianische Staatsrat hat das Dekret 415 vom 20. April 2026, das von der Regierung erlassen wurde, um die Übertragung von Mitteln von den Administradoras de Fondos de Pensiones (AFP) an das Régimen de Prima Media (RPM) von Colpensiones zu beschleunigen, teilweise ausgesetzt. Die Klage von Jesús Hernando Baena Álvarez argumentierte mit einer Überschreitung der regulatorischen Befugnisse und einem finanziellen Risiko, da das Dekret die Übertragung von 50 % des Kapitals innerhalb von 20 Tagen und des Rests innerhalb weiterer 10 Tage vorsah.
Die Aussetzung betrifft Kapitel 5, das die Übertragung der Ersparnisse von etwa 100.000 Beitragszahlern anordnet, die das Wechselzeitfenster genutzt, aber noch keine Rentenansprüche erworben haben. Kapitel 6, das sich auf 5 Billionen Peso für 20.000 bereits pensionierte Personen bezieht, könnte laut rechtlicher Analyse Bestand haben. Asofondos-Präsident Andrés Velasco forderte die Ausweitung der Maßnahme auf diese verbleibenden Mittel mit der Begründung: „Wir würden einen Fehler begehen, wenn wir sie übertragen würden“.
Velasco erläuterte, dass die 25 Billionen Peso von nicht anspruchsberechtigten Beitragszahlern (20 Billionen) und Rentnern (5 Billionen) stammen, und betonte: „Der einzige Weg zu einem nachhaltigen Rentensystem besteht darin, es auf Ersparnissen aufzubauen“. Ein technisches Dokument von Asofondos warnt vor Auswirkungen auf die Portfolios, wie erzwungene Verkäufe von Aktien im Wert von 3,59 Billionen Peso und Druck auf die TES.
Arbeitsminister Antonio Sanguino beschuldigte die AFP, die Kontrolle über die Ressourcen von 120.000 Arbeitnehmern behalten zu wollen, während Präsident Gustavo Petro dies als „wahren Raub“ bezeichnete. Velasco konterte, dass für diese Ersparnisse keine Provisionen anfallen und sie daher bei der AFP verbleiben müssten.