Zehn Jahre nach Princes Tod durch eine Fentanyl-Überdosis am 21. April 2016 ist sein Nachlass weiterhin mit rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert. Die Musikikone starb ohne Testament, hinterließ ein Vermögen von 156 Millionen Dollar und löste damit jahrelange Rechtsstreitigkeiten zwischen Erben und Beratern aus. Jüngste Klagen verdeutlichen die anhaltenden Machtkämpfe um die Kontrolle und die geistigen Eigentumsrechte.
Prince starb überraschend ohne Testament in seinem Anwesen Paisley Park, was die Verteilung seines umfangreichen Vermögens erschwerte – darunter ein produktiver Musikkatalog, zu dem auch die 2014 von Warner Bros. zurückgegebenen Master-Aufnahmen von Alben wie 'Purple Rain' und '1999' gehörten. Ein Rechtsexperte beschrieb die Situation als ein 'reines Chaos' und äußerte sich fassungslos darüber, dass der eigentlich detailverliebte Künstler keine Nachlassplanung vorgenommen hatte. Die Comerica Bank & Trust wurde als Verwalter eingesetzt, nachdem die Gerichte die Erben bestimmt hatten: Schwester Tyka Nelson sowie die Halbgeschwister Sharon, Norrine und John R. Nelson, Omarr Baker und Alfred Jackson. Drei Geschwister verkauften ihre Anteile an Primary Wave und sicherten sich damit die Kontrolle über die Hälfte des Nachlasses, während die anderen mit den Beratern L. Londell McMillan und Charles Spicer für die Prince Legacy LLC zusammenarbeiteten. Das Nachlassverfahren wurde 2022 mit einer Bewertung durch die US-Steuerbehörde IRS von 156 Millionen Dollar abgeschlossen, wobei das Vermögen gleichmäßig zwischen der Prince Oat Holdings LLC und der Prince Legacy LLC aufgeteilt wurde, was den Erben ermöglichen sollte, 'Princes unvergleichliches Vermächtnis zu schützen und auszubauen', wie sie erklärten. Dennoch hielten die Streitigkeiten an. Im Jahr 2024 verklagten McMillan und Spicer die Geschwister Sharon und Norrine Nelson und warfen ihnen vor, sie trotz mangelnder Branchenerfahrung aus der Prince Legacy drängen zu wollen. Ein Richter entschied zugunsten der Berater und bestätigte deren 'umfassende und exklusive' Befugnisse, obwohl einige Fragen noch vor einem Gericht in Delaware offen sind. Später im selben Jahr stoppten Primary Wave und Prince Legacy eine Netflix-Dokumentation von Ezra Edelman aufgrund mutmaßlicher Ungenauigkeiten, was Anfang 2025 zu einem vom Nachlass genehmigten Ersatzprojekt führte. Edelman bezeichnete dies als 'Witz' und erklärte, man wolle Klagen vermeiden. Im vergangenen Jahr verklagte die Sängerin Apollonia den Nachlass wegen markenrechtlicher Streitigkeiten um ihren Namen und behauptete, es habe nach Princes Tod eine aggressive Kampagne gegen sie gegeben. Der Nachlass konterte, man habe lediglich gegen unrechtmäßige Registrierungen aus der chaotischen Zeit nach seinem Tod vorgegangen. Der Fall wurde letzten Monat vertraulich beigelegt.