Nigerias anhaltende Armut trotz reicher Ressourcen rührt von schwacher Produktionskapazität her, so eine Analyse des Ökonomen Banji Oyelaran-Oyeyinka. Er argumentiert, dass die Überabhängigkeit von neoliberalen Politiken versagt hat, inklusives Wachstum zu fördern, und betont die Notwendigkeit industrieller Strategien. Ländliche Gebiete tragen die Hauptlast, mit 72 Prozent der Bewohner als multidimensional arm.
Ein zentrales Rätsel, das viele Nigerianer verwirrt, ist, wie eine ressourcenreiche Nation in anhaltender Armut gefangen bleibt, schreibt Banji Oyelaran-Oyeyinka, Senior Special Adviser to the President on Industrialisation beim African Development Bank Group. Daten zeigen, dass 63 Prozent der Bevölkerung, etwa 133 Millionen Menschen, multidimensional arm sind, wobei ländliche Gebiete 72 Prozent erreichen im Vergleich zu 42 Prozent in städtischen Zonen.
Das Kernproblem liegt in Nigerias schwachen Produktionssystemen, verschärft durch Unsicherheit, Klimawandel und Überabhängigkeit von Primärexporten wie Rohöl, Kakao und Cashew. Trotz 84 Millionen Hektar Ackerland und 230 Milliarden Kubikmetern Wasser gibt das Land jährlich 10 Milliarden Dollar für Lebensmittelimporte aus, darunter 3 Milliarden für Getreide. Oyelaran-Oyeyinka kritisiert neoliberale Vorschriften, die makroökonomische Stabilität über die Fertigung stellen, was zu Finanzialisierung, vorzeitiger Handelsliberalisierung und Deindustrialisierung geführt hat.
Er hebt den Cashew-Sektor hervor: Westafrika produziert die Hälfte der weltweiten Cashews, verarbeitet aber nur fünf Prozent, wobei 80 Prozent der Verarbeitung in Indien und Vietnam stattfindet. Der globale Markt wächst jährlich um 4,5 Prozent und soll bis 2030 11 Milliarden Dollar erreichen. Vietnams Exporte verarbeiteter Agrarprodukte beliefen sich 2024 auf 62,5 Milliarden Dollar, davon 4 Milliarden für Cashews, während Nigerias gesamte Agrarexporte etwa 3 Milliarden Dollar betrugen.
Um dies zu bekämpfen, braucht Nigeria kontextbezogene industrielle Strategien, Investitionen in Verarbeitung, Technologie und Infrastruktur. Die African Continental Free Trade Area (AfCFTA) bietet Chancen für regionale Wertschöpfungsketten, insbesondere inmitten protektionistischer Zölle wie die 46 Prozent der USA auf vietnamesische Cashews. Initiativen wie Special Agro-Industrial Processing Zones (SAPZ), wie in Ogbomosho, könnten Farmen und Unternehmen clustern, ähnlich wie Chinas 2.500 Sonderwirtschaftszonen, die extreme Armut 2021 ausrotteten.
Oyelaran-Oyeyinka betont die ländliche Transformation durch Bildung, Kredit, Genossenschaften und Infrastruktur, um vom Konsum zur Produktion zu wechseln, das „Armuts-Gleichgewicht“ zu durchbrechen für Massenbeschäftigung und geteilten Wohlstand.