Forscher bezweifeln zuverlässigkeit von mikroplastik-studien im körper

Mehrere Studien zu Mikroplastik im menschlichen Körper werden von Fachleuten als unzuverlässig kritisiert. Die berichteten Mengen seien oft übertrieben und auf methodischen Fehlern beruhend. Kritiker warnen vor Fehlinterpretationen, die politische Entscheidungen beeinflussen könnten.

Jahrelang haben Studien alarmierende Mengen an Mikro- und Nanoplastik in Organen wie Gehirn, Arterien, Plazenten und Hoden nachgewiesen, was weltweit Aufmerksamkeit erregte. Nun stehen diese Ergebnisse in der Kritik: Fachleute argumentieren in der britischen Zeitung Guardian, dass viele Funde auf Kontaminationen, Ungenauigkeiten und Fehlinterpretationen zurückgehen könnten. Plastikverschmutzung ist unbestritten allgegenwärtig, doch die Detektion winziger Partikel stößt an die Grenzen der Analysetechnik.

Sieben Studien wurden öffentlich hinterfragt, eine weitere Übersicht nennt 18 Untersuchungen mit wissenschaftlichen Ungenauigkeiten. Beispielsweise wurden Partikel erkannt, die sich als körpereigene Stoffe herausstellten. Besonders umstritten ist eine Studie aus Februar 2025, die einen starken Anstieg von Mikroplastik im Gehirn meldete. Dr. Dušan Materić vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung nannte sie im Guardian einen 'Witz' und wies auf Fehlinterpretationen durch Fettgewebe hin, das Signale für Polyethylen imitieren kann.

Ähnliche Vorwürfe gelten für Arbeiten zu Plastik in Arterien, männlichen Fortpflanzungsorganen, Blutproben und Nanoplastik in Mineralwasser, wo 100.000 Partikel pro Liter als 'grob unzuverlässig' bezeichnet wurden. Die gängige Methode Py-GC-MS wird kritisiert, da sie bei Polyethylen und PVC zu Verwechslungen mit Fettbausteinen führt. Umweltchemikerin Cassandra Rauert von der University of Queensland betonte: 'Es ist ein Problem im gesamten Forschungsfeld. Viele der gemeldeten Konzentrationen sind völlig unrealistisch.'

Das Deutsche Ärzteblatt hatte bereits im Juli ähnliche Bedenken geäußert und betont, dass verlässliche Daten zur Verteilung im Körper fehlen. Die Autoren der kritisierten Studien verteidigen sich: Die Forschung stehe am Anfang, Verbesserungen seien im Gange, und potenzielle Ungenauigkeiten seien adressiert worden. Diese Zweifel öffnen Fragen zur tatsächlichen Belastung und möglichen Gesundheitsfolgen neu und könnten Regulierungen erschweren oder der Industrie nutzen.

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