Das Rassemblement National (RN) hat seinem Kandidaten Quentin Macullo für die Kommunalwahlen in Belfort die Nominierung entzogen, nachdem kontroverse Tweets über Namen von Neugeborenen aufgedeckt wurden. Der 23-Jährige wurde im vergangenen Oktober nominiert, geriet jedoch wegen einer als rassistisch eingestuften Nachricht von 2022 ins Visier. Dieser Entzug ist Teil einer Reihe disziplinarischer Maßnahmen innerhalb der rechtsextremen Partei vor den Märzwahlen.
Das Rassemblement National (RN) gab am Montag, dem 9. Februar 2026, den Entzug der Nominierung für Quentin Macullo, Kandidat bei den Kommunalwahlen in Belfort, bekannt und bestätigte damit Informationen des lokalen Radiosenders Ici Belfort-Montbéliard. Im Oktober 2025 nominiert, ist dieser 23-Jährige Leiter der RN-Jugendbewegung und Nummer zwei im Territoire de Belfort sowie seit dem Sommer 2024 parlamentarischer Assistent des RN-Abgeordneten Guillaume Bigot. Die Entscheidung folgt auf die Veröffentlichung durch Mediapart eines Tweets von 2022, in dem Herr Macullo schrieb, dass '72 % fremd klingende Namen' im neuesten Geburtenregister von Belfort vorkämen, wobei er 18 von 25 in der Juni-Ausgabe des Gemeindeblatts aufgeführten Neugeborenen zählte. 'Ich habe nicht einmal Elie und Samuel hebräischen Ursprungs mitgezählt', fügte er hinzu, eine als rassistisch bewertete Nachricht. Trotz einer Verteidigung Ende Januar durch den RN-Führungskraft Jean-Philippe Tanguy, der diese Aussagen nach einem Gespräch als 'an sich weder rassistisch noch antisemitisch' einstufte, handelte die Partei. RN-Präsident Jordan Bardella hatte zu Jahresbeginn erklärt, dass Nominierungen bei 'unentdeckten Vergangenheitsdetails' entzogen würden. Dieser Fall steht nicht allein: Das RN hat kürzlich in Condat-sur-Vienne gegen einen Kandidaten vorgegangen, der das Massaker von Oradour-sur-Glane 1944 'nazifizierten Ukrainern' zuschrieb, und in Carpentras gegen einen ehemaligen Listenführer, dessen sexistische und rassistische Tweets von 2017 von Libération ausgegraben wurden. Bei den Parlamentswahlen 2024 wurden Dutzende RN-Kandidaten wegen rassistischer Social-Media-Beiträge als 'schorfige Schafe' von Herrn Bardella bezeichnet, der auf Ausschluss von Abweichlern von der Parteilinie besteht.