Ökonom und ehemaliger Gewerkschaftsführer Jean-Christophe Le Duigou hat ein Buch veröffentlicht, in dem er Gewerkschaften auffordert, politisch aktiv zu werden, um das Rassemblement national zu blockieren. In 'A Long History: Unionism, the Far Right, and Democracy' plädiert er für eine Neubegründung der sozialen Bürgerschaft angesichts des Anstiegs der RN-Stimmen. Er hält moralische Verurteilungen und Basisaktivismus für unzureichend.
Jean-Christophe Le Duigou, Ökonom mit Schwerpunkt Informatik und ehemaliger CGT-Führungskraft, hat seine Karriere zwischen der Gewerkschaftsföderation und der Französischen Kommunistischen Partei aufgebaut. Als Generalsekretär der Finanzföderation der CGT und Mitglied des Bureau der Konföderation von 1999 bis 2009 wurde er 2013 vom damaligen Premierminister Jean-Marc Ayrault in den Staatsrat berufen. Nahestehend zu Bernard Thibault bietet dieser Bretone in seinem Buch, veröffentlicht bei Arcane 17 (228 Seiten, 20 Euro), eine Reflexion über den Gewerkschaftskampf gegen die Rechtsextremisten. Das Werk ruft dazu auf, 'die Offensive wieder aufzunehmen' gegen das Rassemblement national vor der Präsidentschaftswahl 2027 und einen 'Schutzwall' gegen diese Bedrohung zu errichten. Le Duigou bezeichnet die Front national – den früheren Namen des RN – als antinational und argumentiert, sie 'teile Sozialrechte nach ethnischen Kriterien auf und verbreite anti-gewerkschaftliche, anti-soziale und anti-demokratische Ideen'. Er schreibt: 'Der Gewerkschaftsbund muss sich darum kümmern, vor der Gefahr und dem Schaden des FN zu warnen. Morgen ist es zu spät!' Ohne Sicherheit oder Einwanderung direkt anzusprechen, beleuchtet der Autor die Sorgen des Arbeiterwahlkreises, der zum RN tendiert: Steuern, Renten, Arbeit, öffentliche Dienste, Industriepolitik, Beschäftigung, Sozialfragen, Künstliche Intelligenz und ökologischen Übergang. Er empfiehlt eine gleiche Besteuerung von Arbeit und Kapital, die Stärkung der Progressivität der Einkommensteuer, Reform der Körperschaftsteuer, Entlastung der Beiträge für einkommensschwache Haushalte, Besteuerung spekulativer Einkünfte und Verschärfung des Kampfes gegen Steuerhinterziehung. Er beschreibt die vom RN geforderten Steuersenkungen als 'durch und durch demagogisch'. Le Duigou stellt einen Rückgang des Gewerkschaftseinflusses fest und fordert einen pädagogischen Ansatz, um über die Risiken aufzuklären.