Der peruanische Präsidentschaftskandidat Roberto Sánchez distanzierte sich von den Äußerungen seines Wahlkampfverbündeten Antauro Humala, der die Rückgewinnung von Arica und Tarapacá auf diplomatischem oder militärischem Weg gefordert hatte. Sánchez betonte, dass es keine territorialen Streitigkeiten mit Chile gebe und er freundschaftliche Beziehungen priorisieren werde. Humalas Äußerungen stießen in Chile auf Kritik.
Antauro Humala, ehemaliger Militäroffizier und Anführer der Ethnocaceristas, erklärte in einem Interview mit Perú 21, dass Peru Tarapacá und Arica 'auf diplomatischem oder bewaffnetem Weg' zurückfordern müsse. Humala bestätigte, dass seine Organisation vor der Stichwahl am 17. Juni mit Juntos por el Perú (JP), der Partei von Sánchez, zusammenarbeitet. Sánchez hatte ihn zudem als möglichen Verteidigungsminister ins Spiel gebracht.
Roberto Sánchez, der die Umfragen anführt, reagierte darauf, dass Humalas Äußerungen 'in seiner absoluten Verantwortung liegen. Sie repräsentieren weder die Position noch das Programm von Juntos por el Perú noch meine eigene. Absolut nicht'. Er merkte an, dass nach dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs zur maritimen Abgrenzung kein territorialer Streitpunkt mit Chile mehr bestehe und man in eine 'Beziehung von neuer Qualität ohne jegliche territoriale Ansprüche eingetreten sei, geprägt von einem festen Willen zu Frieden und Kooperation'.
Sánchez erklärte, er werde 'Beziehungen der Freundschaft, Kooperation und des gegenseitigen Verständnisses mit der aktuellen Regierung von Präsident Kast und allen Ländern in der Region' aufrechterhalten. Er fügte hinzu, dass 'freundschaftliche Beziehungen zu den Nachbarländern eine Priorität der Außenpolitik sein werden'.
In Chile warnte Johannes Kaiser, Präsident der Partido Nacional Libertario: 'Chile muss auf alle Eventualitäten vorbereitet sein'. Senator Rodolfo Carter forderte den Schutz der strategischen Überlegenheit Chiles. Die Abgeordnete Catalina del Real wertete die Äußerungen als 'verzweifelte Reaktion' für den Wahlkampf und hob die aktuelle Zusammenarbeit bei Migration und Drogenhandel hervor.