Schließfachraub in Gelsenkirchen weckt Zweifel an Sicherheit

Unbekannte Täter haben in einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer fast alle 3250 Schließfächer geöffnet und Wertgegenstände im Wert von möglicherweise über 100 Millionen Euro gestohlen. Die Versicherung deckt Inhalte oft nur bis zu 10.300 Euro pro Fach ab, was viele Betroffene verzweifeln lässt. Experten raten zu zusätzlichen Policen und gründlicher Dokumentation.

In der Nacht auf den 2. Januar 2024 drangen Unbekannte über die Tiefgarage in den Tresorraum einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer ein. Dort knackten sie fast alle 3250 Schließfächer und entwendeten Bargeld, Schmuck, Gold sowie wichtige Dokumente. Der Schaden könnte nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus Sicherheitskreisen bei mehr als 100 Millionen Euro liegen; einzelne Kunden berichteten von Verlusten über 500.000 Euro pro Fach.

Schließfächer gelten als sicher gegen Gelegenheitsdiebe, doch dieser Coup zeigt, dass professionelle Täter hochgesicherte Räume überwinden können. „Wertgegenstände zu Hause zu lagern, ist deutlich unsicherer“, erklärt Sebastian-Alexander Kampe, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Dennoch sind Inhalte standardmäßig nur bis 10.300 Euro versichert, wie im Vertrag der Sparkasse Gelsenkirchen festgelegt. Die Bank informiert Betroffene und prüft Eigentumsnachweise.

Rechtlich dürfen Banken den Inhalt nicht kennen oder kontrollieren; Kunden müssen Verluste selbst nachweisen. Belastbare Belege umfassen Kaufrechnungen, Wertgutachten, Seriennummern oder datierte Fotos. Schwächere Mittel wie Zeugenaussagen oder Kontoauszüge reichen oft nicht aus. „Da ist man dann auf den guten Willen des Versicherers angewiesen“, warnt Kampe. Schwarzgeld fällt aus dem Schutz heraus und birgt steuerrechtliche Risiken.

Als Alternative schlägt Kampe hochwertige Haustresore vor, die jedoch fachgerecht installiert und versichert werden müssen. Der Fall unterstreicht: Sicherheit im Schließfach schützt vor Diebstahl, nicht vor finanziellen Folgen ohne Dokumentation. Viele Kunden könnten nur teilweise entschädigt werden, was zu Streitigkeiten mit Versicherern führt.

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