Frauen-Großmeisterin Sara Khadem, die nun Spanien nach dem Verlassen des Irans vertritt, teilte ihre Erfahrungen in einem Interview in Mumbai. Sie sprach über die Risiken des Protests gegen Kopftuchvorschriften und ihre Entscheidung, das Kleidungsstück bei der Schach-WM Rapid und Blitz 2022 wegzulassen. Khadem hob die Herausforderungen der Nationalitätswechsel inmitten der sich wandelnden Schachszene im Iran hervor.
In einem offenen Interview am Pool des Trident Hotels in Mumbai sprach Sara Khadem — früher Sarasadat Khademalsharieh — über ihren Wechsel von der Vertretung Irans zu Spanien im internationalen Schach. Der Schritt folgte einem entscheidenden Moment bei der Schach-WM Rapid und Blitz 2022 in Almaty, Kasachstan, wo sie ohne Kopftuch antrat und weltweite Aufmerksamkeit erregte. Diese Tat, inspiriert vom Tod von Mahsa Amini in iranischer Polizeigewahrsam, führte zu einem Haftbefehl zu Hause. Khadem, die seit drei Jahren in Spanien lebt und die Staatsbürgerschaft erhalten hat, betonte den persönlichen Preis: „Es ist nicht schön, das Land zu wechseln, das man vertritt.“Khadems Schachkarriere begann mit frühen Erfolgen, darunter Zweiter Platz bei der Junioren-WM 2014 in Pune, Indien, und Zweite bei der WM Rapid und Blitz 2018. Politische Spannungen, einschließlich eines sechsmonatigen Reiseverbots und der COVID-19-Pandemie, unterbrachen ihre Karriere, verschärft durch die Geburt ihres Sohnes. Ihre Elo-Zahl kam nahe an 2500, doch das Familienleben hat Prioritäten verschoben, obwohl sie an weiteren Turnieren festhält.Sie äußerte Enttäuschung über den Wechsel des iranischen Talents Alireza Firouzja zu Frankreich, einen Spieler, den sie lange als Wunderkind gelobt hat. Iran hat eine reiche Schachgeschichte und hat das Spiel regional gefördert mit Figuren wie Ehsan Ghaem-Maghami und Atousa Pourkashiyan. Dennoch hat reduzierte Unterstützung durch den Verband das Wachstum gebremst. In Spanien gewann Khadem die Frauenmeisterschaft und half dem Team, den dritten Platz bei der jüngsten Olympiade zu teilen.Als Teilnehmerin der Global Chess League für PBG Alaskan Knights schätzt Khadem das Mixed-Team-Format und schnellere Zeitkontrollen. Sie findet Spanien einladend, besonders zum Aufziehen ihres jungen Sohnes, der Spanisch lernt — obwohl seine frechen Phrasen wie „Quita mama“ („Verschwinde, Mama“) sie amüsieren. Obwohl sie Iran mag, bevorzugt sie Spanien für familiäre Stabilität und bemerkt breitere Veränderungen im Iran, wo viele Frauen nun öffentlich auf Kopftücher verzichten.