Präsidentin Claudia Sheinbaum hat Vorwürfe selektiver Justiz nach der Verhaftung des ehemaligen Gouverneurs von Baja California, Ernesto Ruffo, wegen mutmaßlicher Verbindungen zu einem Kraftstoffschmuggelring zurückgewiesen. Die Generalstaatsanwaltschaft beschuldigt ihn der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, die Steuern in Höhe von mehr als 4 Milliarden Pesos hinterzogen hat.
Ernesto Ruffo wurde in Ensenada festgenommen und am Donnerstag, den 16. Juli, unter Aufsicht der Generalstaatsanwaltschaft nach Mexiko-Stadt überführt. Die Behörden ermitteln gegen ihn wegen organisierter Kriminalität und Kraftstoffschmuggels über das Unternehmen Ingemar S.A. de C.V.
Staatsanwältin Ernestina Godoy erläuterte, dass das Netzwerk zwischen Januar und Juli 2025 insgesamt 4.238 Importvorgänge an den Zollposten in Tamaulipas abgewickelt habe. Die Behörden schätzen, dass mehr als 15 Millionen Liter nicht deklarierter Kraftstoff auf irregulärem Weg eingeführt wurden, was einen Steuerschaden von über 4 Milliarden Pesos verursachte.
Der ehemalige Präsident Felipe Calderón bezeichnete die Festnahme als selektive Justiz und merkte an, dass gegen Morena-Funktionäre, die von den Vereinigten Staaten beschuldigt werden, nicht ermittelt worden sei. Ruffos Anwalt, Carlos Ramón Nava, sprach von einem politischen Ablenkungsmanöver und betonte, sein Mandant sei ein einfacher Bürger.
Senator Javier Corral von der Partei Morena äußerte sich überrascht und erinnerte daran, dass er Ruffo stets als ehrliche und aufrichtige Person betrachtet habe. Sheinbaum erwiderte, dass Calderón den ehemaligen Gouverneur selbst bereits im Jahr 2017 wegen mutmaßlicher Verbindungen zur organisierten Kriminalität kritisiert hatte.