Das Lithiumprojekt Keliber von Sibanye-Stillwater in Finnland ist nach dreijähriger Bauzeit und Kosten von über 780 Millionen Euro in die Produktionsphase gestartet. Die Anlage produziert das erste in Europa hergestellte Lithiumhydroxid in Batteriequalität für Elektrofahrzeugbatterien. CEO Richard Stewart betonte während einer Präsentation in Helsinki am 20. April 2026 den strategischen Fokus des Unternehmens auf Batteriemetalle.
Sibanye-Stillwater, ursprünglich ein Spin-off von Gold Fields mit Fokus auf südafrikanische Goldminen, hat sich in neue Rohstoffbereiche diversifiziert. Das Keliber-Projekt in Finnland markiert Europas erste vollständig integrierte Quelle für Lithiumhydroxid in Batteriequalität, das für Elektrofahrzeuge und Energiespeicher unverzichtbar ist. Die Bauzeit betrug drei Jahre und die Kosten überstiegen 780 Millionen Euro. Das Projekt steht im Einklang mit dem Gesetz zu kritischen Rohstoffen (Critical Raw Materials Act) der EU und wurde als strategisches Projekt eingestuft, um die Versorgung für Klimaziele zu sichern. Sibanye betreibt zudem die Stillwater-Mine in den USA, den dort einzigen Produzenten von Platingruppenmetallen, die in Katalysatoren für Verbrennungsmotoren verwendet werden. Während einer Kapitalmarktpräsentation in Helsinki am 20. April 2026 erklärte CEO Richard Stewart, dass das Unternehmen "eine Sichtweise auf Regionen mit Batteriemetallen eingenommen hat". Er fügte hinzu: "Es war nie als Absicherung gedacht. Wir haben es nie als das eine oder das andere betrachtet. Wir glauben, dass beide Technologien noch lange Bestand haben werden." Die Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen in Europa stiegen im ersten Quartal 2026 laut E-Mobility Europe und New AutoMotive um 30 % auf fast 560.000 Einheiten. Prognosen deuten laut Wood Mackenzie auf Versorgungsdefizite bei Lithium bis 2028 hin, wobei die Nachfrage bis 2050 potenziell 13 Millionen Tonnen übersteigen könnte.