Sony Music plant die Schließung eines Lagers in Minneapolis, das Merchandising für Punkbands abwickelt, nachdem die dortigen Mitarbeiter Anfang des Jahres für die Gründung einer Gewerkschaft gestimmt hatten. Das Unternehmen gibt an, die Entscheidung sei bereits Monate vor Beginn der gewerkschaftlichen Aktivitäten gefallen. Personal und Gewerkschaftsführer werfen Sony hingegen Gewerkschaftsfeindlichkeit vor.
Sony Music gab am 23. Juni bekannt, das Kings Road Merch-Lager in Minneapolis zu schließen. Die Ankündigung erfolgte nur wenige Stunden vor der ersten geplanten Verhandlungsrunde mit der neu gegründeten Gewerkschaft.
Die Beschäftigten des Lagers hatten am 11. Mai einstimmig für den Beitritt zur Gewerkschaft Teamsters Local 970 gestimmt. Als Gründe nannten sie Probleme mit der Bezahlung und befristeten Verträgen, die nach der Übernahme des Unternehmens durch Sony im Juni 2025 über dessen Tochtergesellschaft The Orchard aufgetreten waren.
Gewerkschaftspräsident Chad Reichow erklärte, er habe Sonys frühere Andeutungen über eine mögliche Schließung als Bluff angesehen. Vertrauensmann Cesar Esparza merkte an, dass die Nachfrage nach den Dienstleistungen des Lagers weiterhin stark sei.
Sony teilte mit, man sei entschlossen, einen fairen Sozialplan mit der Gewerkschaft auszuhandeln, und einige Mitarbeiter könnten die Künstler möglicherweise in anderen Funktionen weiterhin unterstützen. Die Band Dropkick Murphys äußerte in einem Online-Kommentar ihre Unterstützung für die Beschäftigten.