Präsident Cyril Ramaphosa hat den 78-jährigen erfahrenen Unterhändler des südafrikanischen Apartheid-Übergangs, Roelf Meyer, zum Botschafter seines Landes in den Vereinigten Staaten ernannt. Der am 14. April bekannt gegebene Schritt besetzt die Vakanz, die durch die Ausweisung des vorherigen Gesandten entstanden war, und zielt darauf ab, die angespannten Beziehungen zu Washington aus der Trump-Ära zu reparieren, was auf breite politische Unterstützung, aber auch auf Kritik stößt.
Präsident Cyril Ramaphosa kündigte am 14. April die Ernennung von Roelf Meyer zum südafrikanischen Botschafter in den USA an und bestätigte damit die Erklärung des Sprechers Vincent Magwenya. Meyer, der als Minister für konstitutionelle Entwicklung der National Party diente, war in den 1990er Jahren ein Schlüsselunterhändler bei den Gesprächen zur Beendigung der Apartheid und arbeitete an der Seite von Ramaphosa (dem damaligen Chefunterhändler des ANC) bei Veranstaltungen wie den Gesprächen von Groote Schuur nach der Freilassung von Nelson Mandela 1990 und den Verhandlungen von 1993. Später war er in Mandelas Mehrparteienregierung tätig und leitet heute die In Transformation Initiative, wo er seine Fähigkeiten bei globalen Konflikten einsetzt.
Südafrika hat keinen Botschafter mehr in Washington, seit Ebrahim Rasool letztes Jahr ausgewiesen wurde, nachdem er die Trump-Regierung verärgert hatte. Beamte erwarten, dass Meyer nach Erledigung der Formalitäten abreist, und rechnen mit der Zustimmung der USA. Die Ernennung erfolgt inmitten von Bemühungen zur Stabilisierung der bilateralen Beziehungen, einschließlich der Handelsbeziehungen, die 15 Milliarden Dollar durch den African Growth and Opportunity Act (AGOA) stützen.
Der Schritt stößt auf breite Unterstützung. Der Vorsitzende der United Democratic Movement, Bantu Holomisa, lobte Meyer als "strategische Führungspersönlichkeit" mit Erfahrung im Umgang mit US-Gesetzgebern und prognostizierte Erfolge bei der Lobbyarbeit im Kongress. ANC-Generalsekretär Fikile Mbalula bezeichnete die Entscheidung als "gut und taktisch klug". DA-Sprecher Ryan Smith beschrieb Meyer als "gute Wahl" für die Diplomatie und drängte darauf, sich auf die Reparatur des Handels und die Blockfreiheit zu konzentrieren. Brett Herron von der Good Party betrachtete es als "kluges Beschwichtigungsmittel" gegenüber dem Druck der USA.
Kritik kam von Afrikaner-Gruppen: Der Vorsitzende der Freedom Front Plus, Corné Mulder, verwies auf ein "enormes Vertrauensdefizit" aufgrund von Meyers ANC-Verbindungen; Kallie Kriel von AfriForum bezeichnete ihn als "ANC-Kader". Herman Mashaba von Action SA lehnte die Entscheidung ab, da sie die Souveränität gefährde.
Führungskräfte aus der Wirtschaft begrüßten die Wahl. Die Geschäftsführerin der American Chamber of Commerce, Michelle Constant, betonte Meyers Expertise, während der Analyst Tony Carroll einen Neustart der Beziehungen erwartete.