Südafrika hat den israelischen Geschäftsträger persona non grata erklärt, worauf Israel mit der Ausweisung eines südafrikanischen Diplomaten reagierte. Diese Vergeltungsmaßnahme unterstreicht die wachsende Kluft zwischen den beiden Nationen wegen des Gaza-Konflikts. Experten sehen darin ein Symptom eines laufenden ideologischen Kriegs.
Die Beziehungen zwischen Südafrika und Israel haben einen Tiefpunkt erreicht mit gegenseitigen Erklärungen von Diplomaten als persona non grata. Nach Artikel 9 der Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen von 1961 kann ein Gastgeberland einen Diplomaten ohne Begründung ausweisen, wodurch deren Immunität endet und sofortige Abreise erforderlich ist. nnDie Entscheidung Südafrikas zielte auf den israelischen Geschäftsträger wegen kritischer Äußerungen über Präsident Cyril Ramaphosa in einem Podcast, unangekündigter Besuche israelischer Beamter und unkoordinierter Hilfe für den König der amaTembu. Israel konterte, indem es einen südafrikanischen Diplomaten, der palästinensische Angelegenheiten betreute, aus seiner Botschaft in Tel Aviv verwies. nnSteven Gruzd, Leiter des Programms Afrikanische Governance und Diplomatie am SA Institute of International Affairs, sagte: „Die Beziehung zwischen Israel und Südafrika ist in Fetzen. Sie hat sich insbesondere in den letzten drei Jahren verschlechtert. Die gegenseitige Ausweisung von Diplomaten ereignete sich nicht isoliert. Es ist der jüngste Schlag in einem ideologischen Abnutzungskrieg.“ nnDiese Eskalation resultiert aus der pro-palästinensischen Haltung Südafrikas, einschließlich der Genozidklage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof nach dem Hamas-Angriff am 7. Oktober und der israelischen Offensive in Gaza. Beide Botschaften sind unterbesetzt, ohne Botschafter vor Ort, was Visa-Services und Hilfe für Reisende und Gemeinden erschwert. nnEin ehemaliger Diplomat verglich die Lage mit „einem Streit zwischen zwei Kindern im Sandkasten“, was den Mangel an Lösungsmechanismen hervorhebt. Die Schritte könnten die Beziehungen Südafrikas zu den USA belasten, die bereits durch Vorfälle wie die Ausweisung des Botschafters Ebrahim Rasool wegen Äußerungen zu Donald Trump angespannt sind.