Ein Schweizer, der das Kreuzfahrtschiff MV Hondius auf St. Helena verlassen hatte, wurde positiv auf das Andes-Hantavirus getestet und befindet sich nun in einem Krankenhaus in Zürich in Isolation. Das Schiff, auf dem es bereits drei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch gab, ist auf dem Weg nach Teneriffa zur Evakuierung der Passagiere.
Der andauernde Ausbruch des Andes-Hantavirus auf der unter niederländischer Flagge fahrenden MV Hondius hat nun zu mindestens einem bestätigten Fall außerhalb des Schiffes geführt. Ein Schweizer Passagier, der am 22. April gemeinsam mit 22 weiteren Personen auf St. Helena von Bord ging, wandte sich nach einer Information durch das Schiff selbst an die Gesundheitsbehörden. Er wird in Zürich isoliert behandelt und sein Zustand wird als stabil beschrieben; die Isolation könnte bis zu 45 Tage dauern.
Es gab bereits drei Todesopfer: Ein 70-jähriger Niederländer verstarb am 11. April an Bord, seine Ehefrau erlag am 25. April in einem Krankenhaus in Johannesburg dem Virus und eine deutsche Frau verstarb am 2. Mai. Das Schiff, das am 20. März von Ushuaia ablegte, wurde zuvor vor den Kapverdischen Inseln festgehalten. Es fährt nun unter strengen Quarantänemaßnahmen für die verbliebenen Passagiere und Besatzungsmitglieder in Richtung der Kanarischen Inseln. Die Ankunft auf Teneriffa wird für Samstag erwartet.
Die Weltgesundheitsorganisation hat das Risiko einer weiteren internationalen Ausbreitung als gering eingestuft. An Bord des Schiffes befanden sich Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 23 Nationen; die Untersuchungen zur Herkunft des Andes-Virusstammes, der für seltene, aber dokumentierte Übertragungen von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt bekannt ist, dauern an.